Rathenow feiert 225 Jahre optische Industrie mit Theater und Sonderausstellung im Museum
Das Optik-Industrie-Museum in Rathenow feiert das 225-jährige Jubiläum der lokalen Branche mit Theater, Sonderausstellung und Familienführungen
Bunte Schatten-Schmetterlinge stehen heute im Fokus des Optik-Industrie-Museums in Rathenow. Ab 14 Uhr führt die Museumspädagogin rund 90 Minuten lang durch die Ständige Ausstellung, im Anschluss wird gemeinsam gebastelt. Die Veranstaltung ist für Kinder ab sechs Jahren empfohlen. Doch das Sommerprogramm bietet weit mehr als nur eine einzelne Führung; es steht ganz im Zeichen eines historischen Jubiläums, das die Stadt prägte.
225 Jahre optische Industrie
Das Jahr 2026 ist in Rathenow offiziell als Jubiläumsjahr „225 Jahre optische Industrie“ ausgerufen. Der Anlass ist ein Meilenstein der lokalen Wirtschaftsgeschichte: Am 10. März 1801 erhielt der Unternehmer Johann Heinrich August Duncker das königliche Patent für seine Vielschleifmaschine. Bis dahin war die Herstellung von Linsen reine Handarbeit. Dunckers Erfindung ermöglichte erstmals die industrielle Massenproduktion, was Rathenow endgültig zur „Stadt der Optik“ machte.
Um dieses Erbe zu würdigen, hat das Museum ein umfangreiches Programm aufgelegt. Am Mittwoch, den 29. Juli, kommt Theater hinzu. Im Rahmen der kostenlosen Reihe „Kultur an der Treppe“ zeigt die Schlossfestspiele Ribbeck ab 18.30 Uhr im Kulturzentrum die Komödie „Ladies Night“. Das Stück ist ein internationaler Erfolg mit über 3000 Aufführungen. Im Mittelpunkt stehen vier Freunde ohne Aussicht auf beruflichen Erfolg, die in einer Männer-Strip-Show das schnelle Geld wittern. Was als Spaß beginnt, wird zur harten Arbeit. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.
Sonderausstellung und Jubiläums-Verlosung
Am 11. August wiederholt sich die Familienführung, bei der dann Brillen aus Pappe und Pfeifenputzern gebastelt werden. Einen Tag später, am Mittwoch, den 12. August, wird es für Sammler und Geschichtsinteressierte besonders spannend. Das Museum führt ab 16.30 Uhr öffentlich durch die Sonderausstellung „Nahansichten“.
An diesem Tag wird zudem eine von 225 Jubiläums-Sonnenbrillen verlost. Die Zahl ist kein Zufall, sondern verweist direkt auf das Jubiläum: Vor 225 Jahren legte Duncker den Grundstein für die Branche. Die Sonderausstellung „Nahansichten“ läuft bis zum 13. September 2026 und schließt danach endgültig.
Der letzte Ausklang
Am Sonntag, den 13. September, folgt die zweite und letzte öffentliche Führung durch die Sonderausstellung ab 11.30 Uhr. Danach ist Schluss. Der Tag ist zugleich der große Ausklang des Jubiläumsprogramms: Von 11 bis 15 Uhr ist die Schau geöffnet, ab 13 Uhr kostet der Eintritt nichts.
Ab 13.15 Uhr werden im Rahmen der Mitmachaktion „Das Besondere an der optischen Industrie in Rathenow ist für mich …“ handsignierte und limitierte Alu-Dibond-Drucke des Künstlers Frank Sonnenberg unter allen Teilnehmern verlost. Der Berliner Grafiker ist bekannt für seine Arbeiten zu regionalen Motiven und DDR-Themen und passt damit ideal in das historische Umfeld des Museums.
Eckdaten und Anmeldung
Die Teilnahme an den Führungen ist gebührenpflichtig. Für die Familienführungen fallen 3 Euro pro Kind und 5 Euro pro Erwachsener an. Führungen durch die Sonderausstellung kosten 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Gruppenführungen sind nach Terminabsprache möglich; hier beträgt der Preis 5 Euro pro Person, bei weniger als acht Personen gilt ein Festpreis von 40 Euro.
Eine Anmeldung ist erforderlich. Dies ist telefonisch unter 03385 519040 (für Familienführungen) oder 03385 519043 (für Gruppen) sowie per E-Mail an info@optik-ausstellung-rathenow.de möglich. Alle weiteren Informationen zum Programm finden sich auf der Website des Kulturzentrums Rathenow.