Traumschüff feiert zehnte Havel-Tour mit Theater und Workshops in Plaue und Brandenburg
Das Theater Traumschüff feiert seine zehnte Havel-Tour mit dem Stück „Schwankwirtschaft" und neuen Impro-Workshops in Plaue und Brandenburg
10. Traumschüff-Tour: Schwimmendes Theater in Plaue, Brandenburg und Pritzerbe
Das Theater Traumschüff feiert in diesem Sommer ein besonderes Jubiläum: Zum zehnten Mal ist die schwimmende Bühne auf der Havel unterwegs. Die gemeinnützige Theatergenossenschaft aus Oranienburg, die 2017 von David Schellenschmidt gegründet wurde, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kultur direkt in den ländlichen Raum zu bringen. Ihr autarkes Katamaran-Schiff „Genossin Rosi“, das in Kooperation mit der Bauhaus-Universität Weimar entwickelt und komplett mit Solarstrom versorgt wird, ist dabei nicht nur ein technisches Highlight, sondern ein Symbol für nachhaltiges, aufsuchendes Theater.
In dieser Woche macht die Tour Station in Plaue und Brandenburg an der Havel, bevor sie am 26. Juli nach Pritzerbe weiterfährt. Neu im Programm des Jubiläumsjahres 2026 sind generationenübergreifende Impro-Theaterworkshops. Diese richten sich an Menschen zwischen 8 und 99 Jahren und sollen die lokale Gemeinschaft durch kreatives Spiel stärken. Die Workshops finden am Mittwoch, 15. Juli, um 16 Uhr am Bornufer in Plaue sowie am Samstag, 18. Juli, um 10.30 Uhr am Packhof in Brandenburg statt.
Offene Bühne und lokale Talente
Am Donnerstag, 16. Juli, steht ab 18.30 Uhr am Bornufer Plaue die „Offene Bühne“ auf dem Programm. Hier präsentieren regionale Künstler in kurzen Beiträgen ihre Musik. Das Programm ist bunt gemischt und umfasst verschiedene Musikrichtungen. Auch Leo Reinke aus Brandenburg an der Havel ist dabei; der lokale Musiker, der kürzlich bereits bei der Fête de la Musique im Haus der Offiziere gastierte, präsentiert seine selbstgeschriebenen Songs.
„Schwankwirtschaft“: Ein Blick auf den Verlust von Treffpunkten
Ein Höhepunkt der Woche ist die Aufführung des Theaterstücks „Schwankwirtschaft“ von Ann Esswein. Der musikalische Schauspielabend wird am Samstag, 18. Juli, um 20 Uhr am Packhof-Anleger des Historischen Hafens in Brandenburg gezeigt. Das Stück thematisiert das Verschwinden sozialer Treffpunkte am Beispiel der letzten Kneipe in einem Dorf. Es wirft dabei einen humorvollen wie nachdenklichen Blick auf Dorfgemeinschaft und Zusammenhalt – ein Thema, das angesichts des Leerstands vieler Gaststätten in der Region besondere Aktualität besitzt.
Eine weitere Vorstellung des Stücks findet am 26. Juli um 19 Uhr in Pritzerbe statt. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen der 10. Traumschüff-Tour ist frei, Spenden sind jedoch willkommen, um das Projekt zu unterstützen. Da die Plätze auf dem Schiff begrenzt sind, werden Anmeldungen und Sitzplatzreservierungen erbeten. Diese können über die Website des Theaters vorgenommen werden, während Restplätze vor Ort vergeben werden.
Die Traumschüff eG hat sich seit ihrer Gründung 2017 darauf spezialisiert, Theater nicht als elitäres Event, sondern als lebendigen Teil des öffentlichen Raums zu verstehen. Nachdem die Genossenschaft den Veranstaltungssaal „Theater im Werk“ in Oranienburg nicht mehr selbst betreibt, liegt der Fokus nun vollends auf der mobilen Arbeit. Mit der „Genossin Rosi“ beweisen sie, dass Kultur auch ohne festes Dach funktioniert – solange der Fluss als Bühne dient.