Tesla baut Gigafactory Grünheide bis 2026 massiv aus und schafft 3500 neue Jobs
Tesla plant bis 2026 einen massiven Ausbau der Gigafactory Grünheide mit 3.500 neuen Arbeitsplätzen und der Etablierung einer eigenen Batteriezellfertigung
Der US-Elektroautobauer Tesla setzt trotz eines schwierigen Marktumfelds auf einen massiven Ausbau seiner Gigafactory in Grünheide bei Berlin. Das Unternehmen plant, die Produktion bis zum Jahr 2026 auf bis zu 7.500 Fahrzeuge pro Woche zu steigern. Das entspräche einer Jahresproduktion von 375.000 Autos. Gleichzeitig soll die Fertigung von Batteriezellen etabliert werden, um die gesamte Wertschöpfungskette – von der Zelle bis zum fertigen Fahrzeug – am Standort zu bündeln. Diese vollständige Integration gilt als einzigartig in Europa. Mit dem Vorhaben sollen insgesamt 3.500 neue Arbeitsplätze entstehen.
Wirtschaftliche Kennzahlen und aktuelle Produktion
Die Pläne basieren auf einer optimistischen Prognose für das Geschäftsjahr 2026, wie sie im Geschäftsbericht der Tesla Manufacturing Brandenburg SE für das Jahr 2025 enthalten ist. Demnach soll die Produktionsmenge im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigen, um die Kapazitätsauslastung weiter zu erhöhen. Aktuell beliefert das Werk bereits mehr als 30 Märkte weltweit.
Trotz der expansiven Ziele zeigt das vergangene Jahr ein gemischtes Bild. Im Geschäftsjahr 2025 rollten 202.000 Fahrzeuge von den Bändern in Grünheide, was einem Rückgang von 9.000 Einheiten gegenüber 2024 entspricht. Dieser Rückgang ist vor allem auf eine Modellumstellung sowie die Integration neuer Varianten zurückzuführen. Dennoch konnte die Produktion als stabil bezeichnet werden. Die Kapazitätsauslastung lag bei 54 Prozent, leicht unter dem Vorjahreswert von 56 Prozent.
Finanziell schloss die Tochtergesellschaft das Jahr jedoch positiv ab. Der Jahresüberschuss stieg auf 77,1 Millionen Euro, ein Plus von rund 20 Millionen Euro im Vergleich zu 2024. Die Umsatzerlöse sanken hingegen von 7,7 Milliarden auf 7,1 Milliarden Euro. Dies ist vor allem auf gesunkene Produktionskosten zurückzuführen. Mit rund 11.000 Beschäftigten inklusive Leiharbeiter ist die Fabrik Ende 2025 der größte Industriebetrieb in Brandenburg.
Umweltkontext und geopolitische Risiken
Der Standort steht seit seiner Planung im Fokus der öffentlichen Debatte. Das Werk liegt teilweise in einem Wasserschutzgebiet, was seit Jahren zu Kritik von Umweltverbänden führt. Bereits im Jahr 2020 löste die Rodung von 90 Hektar Wald massive Proteste von NABU und der Grünen Liga aus, die vor Wasserknappheit warnten. Ein Monitoringbericht von 2025, erstellt von Fugro, kommt jedoch zu dem Schluss, dass trotz kleinerer Vorfälle wie Ölaustritten oder einem Radladerbrand keine nachweisbaren Schadstoffeinträge ins Grundwasser stattfanden. Die Fabrik belastet demnach das Grundwasser nicht.
Auch die politischen Rahmenbedingungen haben sich gewandelt. Die politischen Erwartungen an die Beschäftigungszahlen im Raum Grünheide wurden im Laufe der Zeit mehrfach angepasst. Das Werk befindet sich im Geltungsbereich des Bebauungsplans Nr. 13 „Freienbrink-Nord“, der für die industrielle Nutzung vorgesehen ist.
Tesla sieht in den Ausbauplänen jedoch auch Risiken. Das Unternehmen warnt vor weiter eskalierenden geopolitischen Spannungen, die negative gesamtwirtschaftliche Auswirkungen und Lieferkettenunterbrechungen zur Folge haben könnten. Zudem bleibt die vollständige Abbildung der Batteriewertschöpfung an ökonomische Rahmenbedingungen geknüpft, da die Zellproduktion in Europa im Vergleich zu den USA und China großen Herausforderungen unterliegt. Ein weiterer Ausbau des Werks war bisher stets an die Entwicklung der Märkte gekoppelt, von denen Tesla auch durch erneute staatliche Förderung profitiert.