Stadt Brandenburg schließt Übergangsvertrag mit Tiere e.V. für Fundtiere in Geltow

Die Stadt Brandenburg schließt einen Übergangsvertrag mit dem Verein Tiere e.V., um die Betreuung von Fundtieren ab sofort sicherzustellen

Symbolfoto · Foto: Sarah Borkner / Unsplash

Übergangsvertrag für Fundtiere unterzeichnet

Wer in den nächsten Monaten die Betreuung von Fund- und Verwahrtieren in der Stadt Brandenburg an der Havel übernimmt, steht nun fest. Der Beigeordnete Thomas Barz hat am frühen Nachmittag einen entsprechenden Übergangsvertrag mit dem Verein Tiere e.V. unterzeichnet. Damit ist für die kommende Zeit eine klare Ansprechpartnerstruktur geschaffen: Die Telefonnummer für die Abholung aufgelesener Tiere lautet 0173 3935452. Der Verein übernimmt dabei die volle Verantwortung, inklusive einer 24-Stunden-Rufbereitschaft und der Aufnahme von Kleintieren sowie Exoten – Leistungen, die die Stadtverwaltung im ursprünglichen Ausschreibungsverfahren explizit gefordert hatte.

Bestandstiere verbleiben im Tierheim Caasmannstraße

Eine wichtige Klarstellung geht mit der neuen Vereinbarung einher: Die bisherigen Bestandstiere bleiben weiterhin im Tierheim in der Caasmannstraße beim hiesigen Tierschutzverein (TSV). „Auch mit Blick auf das Tierwohl belassen wir sie dort“, stellte Thomas Barz im Rahmen der Vertragsunterzeichnung mit Anja Linckus vom TSV klar. Der Verein ist also weiterhin für die Tiere zuständig, die sich bereits in seiner Obhut befinden. Die neue Regelung betrifft ausschließlich die zukünftigen Fundtiere, die ab sofort anders abgewickelt werden als bisher.

Warum das ursprüngliche Verfahren scheiterte

Der Weg zu dieser Übergangslösung war nicht frei von Konflikten. Die Stadt hatte die Vergabe des Tierheim-Betriebs jüngst aufgehoben. Hintergrund ist ein Dissens zwischen den Anforderungen der Verwaltung und den aktuellen Kapazitäten des lokalen Tierschutzvereins. Das ursprüngliche Leistungsverzeichnis, das der Hauptausschuss vor etwa eineinhalb Jahren auf den Weg brachte, forderte unter anderem eine 24-Stunden-Bereitschaft und die Unterbringung von Kleintieren und Exoten. Ziel war es unter anderem, die Feuerwehr von der klassischen Tierheim-Logistik zu entlasten, da die Einsatzkräfte der Retter an anderer Stelle dringend benötigt werden.

Genau diese Punkte konnte der Tierschutzverein in seinem Angebot nicht erfüllen. Während die Verwaltung davon ausging, dass der TSV die lange Vorlaufzeit genutzt hätte, um die nötige Sachkunde für Exoten zu erwerben und die Betriebserlaubnis entsprechend anzupassen, verweist der Verein darauf, dass seine aktuelle Erlaubnis diese Kategorien nicht vorsieht. Dieser Konflikt führte dazu, dass die Stadt nun einen externen Partner für die Übergangsphase sucht.

Abläufe in der Übergangszeit: Weg nach Geltow

Für die nächsten zwei Monate gilt ein neues Verfahren: Findet jemand ein herrenloses oder verletztes Tier, meldet er sich zunächst bei der Feuerwehr. Diese kontaktiert daraufhin die Rufbereitschaft des Tiere e.V.. Die Tiere werden dann abgeholt und je nach Art in verschiedene Anlagen verbracht. Betroffene Tierhalter müssen sich jedoch auf veränderte Wege einstellen. Nach Angaben von Thomas Barz werden die meisten Tiere zunächst zum Standort des Vereins in Geltow gebracht.

Dort erfolgt die erste Versorgung, inklusive der Abklärung, ob ein Tierarzt notwendig ist oder ob ein Chip vorhanden ist. „Mit seinen Standorten in Geltow und Wiesenburg verfügt der Verein über geeignete Anlaufstellen, um aufgefundene Tiere zuverlässig aufzunehmen und zu versorgen“, so Barz. Eine tierärztliche Versorgung sei dort gewährleistet. Für die Öffentlichkeit bleibt die Telefonnummer auf der Stadtseite oder bei der Leitstelle der Feuerwehr die zentrale Anlaufstelle für Fundtiere.

Verkauf des GW Tier-Transporter und neue Ausschreibung

Als Konsequenz aus der neuen Aufgabenteilung kündigt Thomas Barz an, den bisher für diese Fahrten eingesetzten GW Tier-Transporter zu verkaufen. Dies dient der Entlastung der Feuerwehr, deren Arbeitskraft nun an anderen Stellen der Rettungskette gebraucht wird. Parallel dazu startet die Stadtverwaltung eine neue Ausschreibung für den dauerhaften Betrieb.

Das Innenministerium des Landes Brandenburg hat die Ausgestaltung dieser Ausschreibung genehmigt, die vorsieht, dass der künftige Vertragsinhaber seine Dienstleistungen in der Stadt Brandenburg an der Havel erbringen muss. Der Tierschutzverein kann sich erneut bewerben, muss sich dabei jedoch auf die fehlenden Punkte konzentrieren: 24-Stunden-Rufbereitschaft sowie die Versorgung von Kleintieren und Exoten. Zudem soll geprüft werden, ob die Angebotspreise angepasst werden können, da die bisherigen Angebote für Dauerbetrieb und Übergangsbetreuung recht weit auseinanderlagen.