Stadt Brandenburg bestellt neue Spielgeräte für Betonelefanten-Platz im Stadtteil Nord
Die Stadt Brandenburg hat neue Spielgeräte für den Betonelefanten-Platz im Stadtteil Nord bestellt, die im Oktober aufgestellt werden sollen
Der graue Betonelefant zwischen der Werner-Seelenbinder- und der Prignitzstraße ist für viele Bewohner im Stadtteil Nord ein fester Bestandteil des Alltags. Seit den späten 1960er Jahren thront das Klettertier dort, kurz nachdem der neue Wohnbezirk 1959 gegründet wurde. Für die einen ist es ein wertvolles Stück DDR-Kulturgeschichte, für die meisten einfach ein Stück Kindheit. Doch in den letzten Monaten wirkte der Platz eher vernachlässigt: Spielgeräte fehlten, der Sand war mit Müll durchsetzt und die Wiese mehr Flickenteppich als Bolzplatz. Die Frage der Anwohner, ob hier überhaupt noch etwas passieren würde, war in der letzten Zeit laut geworden.
Jetzt gibt es aus dem Rathaus ein konkretes Update auf Anfrage der Havelblatt-Redaktion. Die Stadt hat bereits eine neue Spielkombination mit Kletter- und Rutschelementen sowie ein kleines Karussell bestellt. Wenn alles nach Plan läuft, soll diese neue Ausstattung im Oktober 2026 auf dem Platz aufgebaut werden. Für viele wäre das Comeback des Spielplatzes ein großer Gewinn. Früher war hier richtig was los, berichten einige Anwohner – inklusive Eiswagen im Sommer und ordentlichem Trubel. Davon ist aktuell nicht viel übrig. Bleibt die Hoffnung, dass im Herbst wieder mehr Leben zwischen den Wohnblöcken einzieht.
Ein Kunstwerk aus Dresden
Der Betonelefant selbst ist mehr als nur ein Spielgerät. Er gilt als Kunst im öffentlichen Raum und ist in der offiziellen Liste der Stadt Brandenburg verzeichnet. Das 2,20 Meter hohe und 4,80 Meter lange Tier besteht aus 14 Einzelteilen, die ab 1965 in Serie gegossen wurden. Produziert hat die Skulptur die Produktionsgenossenschaft „Kunst am Bau“ in Dresden, die ab 1962 solche Beton-Kletterplastiken für die gesamte DDR fertigte. Ähnliche Exemplare finden sich noch in Dresden, Leipzig und Neubrandenburg, wobei einige dieser historischen Spielgeräte in anderen Städten bereits unter Denkmalschutz stehen.
In Brandenburg steht der Elefant jedoch bisher nicht unter Denkmalschutz. Das könnte für seine Zukunft entscheidend sein. Laut Fachleuten geht die größte Gefahr für die Erhaltung solcher Objekte nicht primär von der Verwitterung aus, sondern von verschärften Sicherheitsvorschriften für Spielgeräte. Solange keine konkreten Sanierungspläne vorliegen, bleibt das Schicksal des historischen Betontiers offen.
Sanierung des Elefanten noch unklar
Und der Elefant selbst? „Der alte Betonelefant soll ebenfalls saniert werden, dazu gibt es noch keinen Auftrag und keinen Zeitplan“, heißt es aus dem Rathaus. Während die Stadt aktuell ein umfassendes Pflegekonzept für ihre Spielplätze durchführt – unter anderem wird der Sand auf 18 Spielplätzen mit speziellen Geräten gereinigt –, fehlt für das zentrale Kunstwerk noch der konkrete Fahrplan. Die Hoffnung der Anwohner richtet sich nun auf den Herbst, wenn die neuen Geräte den Platz wieder beleben sollen. Ob der Betonelefant dann als saniertes Denkmal oder als provisorisches Hindernis dazwischensteht, bleibt abzuwarten.