Magdeburg gedenkt am 20. Juli Henning von Tresckow im Nordpark mit Kranzniederlegung

Die Landeshauptstadt Magdeburg gedenkt am 20. Juli im Nordpark dem Widerstandskämpfer Henning von Tresckow und den Opfern des militärischen Widerstands gegen den Nationalsozialismus

Am kommenden Montag, dem 20. Juli, nimmt die Landeshauptstadt Magdeburg gemeinsam mit der Bundeswehr Sachsen-Anhalt Abschied von den Opfern des militärischen Widerstands gegen den Nationalsozialismus. Der Fokus der Gedenkveranstaltung liegt auf dem gebürtigen Magdeburger Henning von Tresckow, einem der zentralen Köpfe des Attentatsversuchs auf Adolf Hitler im Jahr 1944. Um 10.00 Uhr versammeln sich Interessierte an der Henning-von-Tresckow-Gedenkstele im Nordpark, genauer an der Pappelallee in der Ecke zur Henning-von-Tresckow-Straße.

Ein Ort des Gedenkens am Originalstandort

Die gewählte Gedenkstätte ist von besonderer historischer Bedeutung. Hier stand einst das Geburtshaus von Tresckow, das am 10. Januar 1901 das Licht der Welt erblickte. Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, doch an seiner Stelle wurde am 10. Januar 2001, passend zum 100. Geburtstag des Widerstandskämpfers, die Gedenkstele eingeweiht. Sie markiert symbolisch den Ort, an dem Tresckow seine ersten Lebensjahre verbrachte, bevor er als Generalmajor der Wehrmacht zu einer Schlüsselfigur im militärischen Widerstand wurde.

Tresckows Weg in den Widerstand war geprägt von einer tiefen inneren Wandlung. Während er zunächst dem Nationalsozialismus nahestand, wandte er sich nach den Röhm-Morden 1934 zunehmend gegen das Regime. Er organisierte mehrere Attentatsversuche, bevor er am 21. Juli 1944, einen Tag nach dem gescheiterten Attentat, auf der Ostfront bei Ostrów Mazowiecka in Polen Suizid beging, um einer Verhaftung durch die Gestapo zu entgehen.

Programm und beteiligte Persönlichkeiten

Die Zeremonie wird von prominenten Vertretern aus Politik und Militär eröffnet. Oberst Thorsten Alme, Kommandeur des Landeskommandos Sachsen-Anhalt, und Sandra Yvonne Stieger, Magdeburgs Beigeordnete für Wirtschaft, Tourismus und regionale Zusammenarbeit, begrüßen die Gäste. Im Anschluss an die Eröffnungsreden hält Anne-Marie Keding, die Erste Vizepräsidentin des Landtags von Sachsen-Anhalt, ein Grußwort. Keding, die als Juristin und langjährige Abgeordnete der CDU amtiert, steht symbolisch für die Verbindung von politischer Verantwortung und der Aufarbeitung der Geschichte.

Die eigentliche Gedenkrede übernimmt Andreas Arnsfeld, Vorsitzender des Landesverbandes Sachsen-Anhalt des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. Er würdigt die Opfer des Widerstands und deren Motivation. Den geistlichen Teil der Veranstaltung gestaltet der katholische Militärdekan Sebastian Schmidt mit Worten zum Gedenken an die Verstorbenen. Den krönenden Abschluss bildet die traditionelle Kranzniederlegung an der Stele.

Ausstellung im Alten Rathaus

Begleitend zur Gedenkveranstaltung bietet die Landeshauptstadt Besuchern die Möglichkeit, sich vertiefend mit der Geschichte auseinanderzusetzen. Im Saal der Partnerstädte des Alten Rathauses ist ab sofort die Ausstellung „Der 20. Juli 1944 – Henning von Tresckow und der militärische Widerstand“ zu sehen. Sie beleuchtet die Hintergründe der Verschwörung und das Leben Tresckows. Die Ausstellung ist noch bis zum 10. August 2026 geöffnet und ergänzt die jährliche Gedenkveranstaltung der Stadt, der Bundeswehr und zivilgesellschaftlicher Träger wie dem Volksbund.