RE1 Berlin Frankfurt Oder bis 15. August ausgefallen

Alle Züge der Linie RE1 zwischen Berlin-Ostbahnhof und Frankfurt (Oder) fallen ab Freitag bis Mitte August wegen umfangreicher DB-Bauarbeiten aus, Reisende müssen sich auf einen Schienenersatzverkehr mit deutlich längeren Fahrzeiten einstellen

RE1 Berlin Frankfurt Oder bis 15. August ausgefallen
Symbolfoto · Foto: Stéphanie / Unsplash

Erneut schlechte Nachrichten für Pendler auf der wichtigen Ost-West-Achse. Ab Freitag entfallen alle Züge der Linie RE1 zwischen Berlin-Ostbahnhof und Frankfurt (Oder). Die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (ODEG) teilte mit, dass die Sperrung bis zum Morgen des 15. August andauern wird. Grund für den kompletten Ausfall sind umfangreiche Bauarbeiten der Deutschen Bahn.

Ersatzverkehr mit deutlichen Zeitverlusten

Zwischen den betroffenen Bahnhöfen ist ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Die Logistik ist dabei unterschiedlich gelöst: Einige der Busse bedienen alle Stationen abseits der Schienenstrecke über die Landstraße, während andere Expressbusse kleinere Ortschaften auslassen und teilweise die Autobahn nutzen. Dennoch müssen sich Reisende auf deutlich längere Fahrzeiten einstellen als im normalen Zugbetrieb. Die Havelblatt-Redaktion verweist zudem auf die Warnung der ODEG vor allgemeinen Engpässen im Ersatzverkehr, da nicht genügend Busunternehmen für die zusätzlichen Fahrten verfügbar sind.

Die RE1 als dauerhaftes Sorgenkind

Die RE1-Linie zwischen Magdeburg, Berlin und Frankfurt (Oder) gilt seit Langem als das große Sorgenkind der ODEG. Die Stabilität des Verkehrsangebots ist in diesem Jahr erneut unter Druck geraten. ODEG-Geschäftsführer Lars Gehrke hatte bereits im April in Berlin kritisiert, dass bis zu diesem Zeitpunkt bereits 13 Prozent der Verbindungen durch Baustellen ausgefallen seien. Der Bahnverkehr leidet unter einer anhaltenden Kritik an der Baustellenplanung der Deutschen Bahn. Gehrke und seine Firma verweisen häufig auf Planungsdefizite, die zu diesen massiven Unterbrechungen führen.

Neue Züge und kommende Herausforderungen

Trotz der aktuellen Probleme versucht die ODEG, die Kapazitäten auf der Strecke zu erhöhen. Seit Mai 2026 setzt das Unternehmen neue 8-teilige Desiro HC-Züge ein, die rund 800 Sitzplätze bieten. Damit diese moderneren Einheiten auch an allen Halten bedient werden können, laufen im Rahmen des i2030-Projekts gerade Arbeiten zur Verlängerung der Bahnsteige an Stationen wie Götz, Groß Kreutz und Ziltendorf.

Die aktuelle Baustelle bis Mitte August ist jedoch nur ein Vorläufer für eine noch größere Herausforderung. Für das Jahr 2029 ist eine neunmonatige Vollsperrung der gesamten RE1-Strecke zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) geplant. Diese Perspektive sorgt bereits jetzt für Unmut, unter anderem bei der Linken-Fraktion, die ein solches Szenario als potenzielles Verkehrschaos bezeichnet, insbesondere wenn parallel dazu weitere Autobahnbaustellen den Lkw-Verkehr auf die Umleitungsstrecken drängen würden. Die ODEG fordert deshalb bereits jetzt eine Anpassung der aktuellen Verkehrsverträge, da diese aus einer Zeit geringerer Bautätigkeit stammen und den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht werden.