Potsdam und Fachhochschule analysieren Fachkräftebedarf für 200 kommunale Berufsgruppen bis 2030

Die Landeshauptstadt Potsdam und die Fachhochschule haben den Fachkräftebedarf für 200 kommunale Berufsgruppen bis 2030 analysiert

Nach rund zwei Jahren intensiver Zusammenarbeit fand am Montag, dem 6. Juli 2026, die offizielle Abschlussveranstaltung des Projekts „Zukunft kommunaler Berufe“ an der Fachhochschule Potsdam statt. Vertreter aus Verwaltung, Wissenschaft und Praxis kamen zusammen, um auf die gemeinsame Laufzeit mit der Landeshauptstadt zurückzublicken, zentrale Ergebnisse zu diskutieren und Perspektiven für die weitere Zusammenarbeit zu entwickeln. Das Projekt zielte darauf ab, den künftigen Personal- und Kompetenzbedarf für rund 200 kommunale Berufsgruppen bis zum Jahr 2030 zu analysieren. Dabei spielten Faktoren wie der demografische Wandel, die Digitalisierung und der Einfluss der Künstlichen Intelligenz eine zentrale Rolle.

Strategische Partnerschaft für den Fachkräftemangel

Die Kooperation zwischen der Landeshauptstadt Potsdam und der Fachhochschule wurde initiiert, um der Stadt als Vorreiterin in der Bewältigung des kommunalen Fachkräftemangels zu positionieren. Dieter Jetschmanegg, Dezernent für Zentrale Verwaltung (GB 5), begrüßte die Teilnehmer gemeinsam mit Prof. Dr. Tobias Schröder, Forschungsprofessor für nachhaltige urbane Entwicklungsstrategien und Vizepräsident für Studium und Lehre an der FH Potsdam. Jetschmanegg, der das neu geschaffene Amt seit 2019 innehat und die strategische Personalsteuerung der Stadt leitet, betonte die Bedeutung des Vorhabens: „Mit dem Projekt haben wir eine fundierte Grundlage geschaffen, um den künftigen Personal- und Kompetenzbedarf in der kommunalen Verwaltung besser zu verstehen und frühzeitig darauf reagieren zu können.“

Besonders wertvoll sei dabei die enge Verzahnung von wissenschaftlicher Expertise und kommunaler Praxis gewesen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen die Verwaltung dabei unterstützen, auch in Zukunft als attraktive und leistungsfähige Arbeitgeberin weiterentwickelt zu werden. Prof. Dr. Schröder ergänzte, dass Hochschulen und Städte vor überraschend ähnlichen Herausforderungen stünden, sei es beim Fachkräftemangel, bei sinkenden Studierendenzahlen oder bei den gravierenden Veränderungen durch KI. „Das Projekt hat gezeigt, dass es sinnvoll ist, diese Themen gemeinsam anzugehen und voneinander zu lernen“, so der Vizepräsident.

Studentische Lösungsansätze im Fokus

Ein wesentlicher Bestandteil der Zusammenarbeit war das Projekt „Arbeit(en) für die Stadt der Zukunft“, das im Sommersemester 2025 im Rahmen des Masterstudiengangs Urbane Zukunft an der Fachhochschule Potsdam durchgeführt wurde. Das Ergebnis dieser intensiven Arbeit wurde gestern überreicht: Ein Buch, in dem Studierende in enger Abstimmung mit Themenpaten aus der Stadtverwaltung konkrete Lösungsansätze zu fünf relevanten Fragestellungen entwickelten. Die Arbeiten zeichnen sich durch Praxisnähe, Kreativität und Zukunftsorientierung aus.

Im Anschluss an die Begrüßung wurden ausgewählte Projektergebnisse vorgestellt und die wichtigsten Erkenntnisse aus der Zusammenarbeit präsentiert. Ein weiterer Fachimpuls widmete sich den Chancen und Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz für Hochschulen und Kommunen und setzte zusätzliche Impulse für den fachlichen Austausch. Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine offene Diskussionsrunde, in der die Projektergebnisse eingeordnet und Perspektiven für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit erörtert wurden.

Die erarbeiteten Analysen, Handlungsempfehlungen und die aufgebauten Netzwerke sollen eine wertvolle Grundlage bilden, um den Herausforderungen des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels auch künftig gemeinsam zu begegnen. Die Ergebnisse fließen direkt in die Personalplanung der Stadt Potsdam ein, um proaktiv auf die veränderten Rahmenbedingungen zu reagieren und die Verwaltung fit für die Zukunft zu machen.