Potsdam stellt neuen qualifizierten Mietspiegel mit stärkerer Gewichtung der Energieeffizienz vor
Potsdam hat den elften qualifizierten Mietspiegel vorgestellt, der ab sofort für rund 75.000 Miethaushalte in der Landeshauptstadt gilt. Die neue Ausgabe stützt sich auf Daten von über 35.000 Wohnungen und gewichtet erstmals die energetische Qualität der Immobilien stärker als zuvor. Beigeordnete Brigitte Meier und Vertreter der Wohnungswirtschaft sowie der Mieterverbände haben das Instrument einstimmig anerkannt, um Transparenz und Rechtssicherheit bei Mietverträgen zu gewährleisten.
Potsdam hat einen neuen qualifizierten Mietspiegel vorgestellt, der ab sofort in Kraft tritt. Die elfte Ausgabe des Instruments, das für die rund 75.000 Miethaushalte der Stadt gilt, wurde am Mittwoch gemeinsam mit Vertretern der Wohnungswirtschaft und der Mieterverbände präsentiert. Beigeordnete Brigitte Meier, zuständig für Ordnung, Sicherheit, Soziales und Gesundheit, betonte die Bedeutung der neuen Werte in einer Zeit starken Drucks auf dem Wohnungsmarkt. Der Mietspiegel 2026 wurde von der Verwaltung in enger Abstimmung mit allen Interessengruppen im Arbeitskreis Mietspiegel erstellt und von diesen einstimmig anerkannt.
Rechtssicherheit durch qualifizierte Datenbasis
Der neue Mietspiegel stützt sich auf eine breite Datengrundlage, die im Bereich Statistik und Wahlen der Stadtverwaltung aufbereitet wurde. Als Basis dienten Informationen von insgesamt 35.882 Wohnungen im gesamten Stadtgebiet, bei denen innerhalb der letzten sechs Jahre neue Mietverträge abgeschlossen oder Mieten erhöht wurden. Dieser Datensatz bildet den mietspiegelrelevanten Wohnungsbestand ab, der zum Erhebungsstichtag insgesamt 75.078 Einheiten umfasste, wie aus den offiziellen Unterlagen der Stadt Potsdam hervorgeht. Die Daten wurden von Wohnungsunternehmen sowie den in Haus- und Grundeigentümervereinen organisierten privaten Vermietern zur Verfügung gestellt.
Ein entscheidender Unterschied zur Vorgängerausgabe von 2024 liegt in der stärkeren Gewichtung der energetischen Situation. Der neue Mietspiegel differenziert den Wohnungsbestand nun deutlich genauer nach der energetischen Qualität der Wohnungen aus. Dadurch wird sichtbar, dass es in mehreren Baualtersklassen einen direkten Zusammenhang zwischen der Energieeffizienz einer Wohnung und ihrem Mietpreis gibt. Für die rund 183.000 Einwohner der Landeshauptstadt, so die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes, bedeutet dies eine präzisere Orientierungshilfe bei der Suche nach angemessenen Wohnverhältnissen.
Reaktionen der Beteiligten
Beigeordnete Brigitte Meier dankte dem Arbeitskreis für die geleistete Arbeit und hob hervor, dass der neue Mietspiegel für Transparenz und Rechtssicherheit im Umgang mit Mieterhöhungen und neuen Mietverträgen sorge. Stellvertretend für die beiden Potsdamer Mietervereine, die im Arbeitskreis mitwirkten, erklärte Holger Catenhusen vom Mieterverein Potsdam und Umgebung, dass das auf breiter Datengrundlage erstellte Zahlenwerk Rechtssicherheit für beide Seiten schaffe. Aus Mietersicht seien jedoch die hohen Mieten für Wohnungen, die ab dem Jahr 2021 fertiggestellt worden sind, sehr unerfreulich. Wo Potsdam wächst, sei es sehr teuer; lediglich Sozialwohnungen – deren Mieten nicht in den Mietspiegel einfließen – seien im Neubaubereich noch erschwinglich.
Auch die beiden in Potsdam aktiven Haus- und Grundeigentümervereine wirkten an der Aufstellung mit. Gunter Knierim vom Haus- und Grundeigentümerverein Potsdam und Umgebung ordnete ein, dass die Mieten deutlich langsamer steigen als die Instandhaltungs- und Modernisierungskosten. Der Spielraum für energetische Modernisierungen werde immer geringer, zumal aus der Nettokaltmiete ein künftig weiter steigender Anteil der Heizkosten bestritten werden müsse. Die Überregulierung des Staates behindere seiner Ansicht nach die Schaffung neuen Wohnraums.
Die Wohnungsgenossenschaften beteiligten sich ebenfalls aktiv an der Erhebung. Bodo Jablonowski, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft „Karl Marx" Potsdam eG, beschrieb die Zusammenarbeit im Arbeitskreis als von Konstruktivität und sachlichem Austausch geprägt. Die Genossenschaften hätten sich mit der Bereitstellung auswertbarer Mietdaten aktiv beteiligt. Der Mietspiegel wurde unter der Leitung von Gregor Jekel erstellt, der als Fachbereichsleiter für Wohnen, Arbeit und Integration derzeit kommissarisch auch den Bereich Wohnraumschutz leitet.
Der vollständige Mietspiegel 2026 kann auf der Webseite der Stadt Potsdam eingesehen und kostenlos als PDF-Broschüre heruntergeladen werden.