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Potsdam erhält vom Land grünes Licht für die Entwicklung von Golm Nord.

Die Landeshauptstadt Potsdam hat vom brandenburgischen Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz eine positive Grundhaltung zur geplanten Entwicklung des Gebiets Golm Nord erhalten. Das Ministerium bestätigt, dass eine Zustimmung zur Flächennutzungsplan-Änderung nicht offensichtlich ausgeschlossen ist und würdigt den integrierten Ansatz, der Wissenschaft, Wohnen und Naturschutz verbindet. Damit wird der langjährige Planungsprozess für den Erweiterungsbereich des Potsdam Science Parks gestärkt, während gleichzeitig wertvolle Naturräume wie das Golmer Luch dauerhaft geschützt bleiben. Die Stadt wird nun die notwendigen Unterlagen für das weitere Verfahren vorbereiten, das neben der politischen Zustimmung auch eine öffentliche Beteiligung erfordert.

Die Landeshauptstadt Potsdam hat einen wichtigen Schritt in der langjährigen Planung für den Wissenschaftsstandort Golm Nord gemacht. Das Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz (MLEUV) hat der Stadt eine positive Grundhaltung zur geplanten Flächennutzungsplan-Änderung signalisiert. In einem Schreiben bestätigt die Behörde, dass eine Zustimmung zu den vorgesehenen Bauflächen nicht offensichtlich ausgeschlossen ist und die von der Stadt vorgebrachten Argumente grundsätzlich nachvollziehbar sind. Damit wird der von der Stadt seit Jahren verfolgte integrierte Entwicklungsansatz ausdrücklich gewürdigt. Das Ministerium erkennt an, dass die Erweiterung des Potsdam Science Parks, die Schaffung neuer Arbeitsplätze sowie die Verbindung von Wissenschaft, Wohnen und Infrastruktur ein hohes öffentliches Interesse begründen.

Integrierte Entwicklung und Naturschutz

„Die Rückmeldung des Ministeriums ist ein wichtiges Signal für die Zukunft des Wissenschaftsstandorts Potsdam“, sagt Bernd Rubelt, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Umwelt. Er betont, dass der Ansatz bestätigt werde, Forschung, Wohnen und Infrastruktur integriert zu entwickeln und dabei gleichzeitig wertvolle Natur- und Landschaftsräume zu schützen. Golm Nord ist das zentrale langfristige Entwicklungsgebiet für den größten Wissenschaftsstandort Brandenburgs. Der von der Stadtverordnetenversammlung im Jahr 2023 beschlossene Rahmenplan sieht eine kompakte Siedlungsentwicklung vor. Besonders wertvolle Naturräume wie das Golmer Luch und die Flächen am Herzberg sollen dauerhaft von Bebauung freigehalten werden. Das Golmer Luch fungiert dabei als geschütztes Feuchtgebiet, das als Pufferzone für Hochwasser und als Lebensraum für seltene Vogelarten dient.

Die geplanten Bauflächen konzentrieren sich auf landwirtschaftlich genutzte Bereiche und bleiben deutlich unter den Möglichkeiten, die das novellierte Brandenburgische Naturschutzrecht grundsätzlich eröffnet. Die Stadt hatte dem Ministerium im April ergänzende Unterlagen vorgelegt und um eine erneute Bewertung gebeten. Darin wurde unter anderem dargelegt, dass Golm Nord als integrierter Stadtteil entwickelt werden soll – mit Forschungs- und Gewerbeflächen, Wohnungen sowie sozialer und technischer Infrastruktur. Zudem wurde auf den hohen Flächenbedarf des Potsdam Science Parks verwiesen, dessen bestehende Entwicklungsflächen bereits weitgehend vermarktet oder in konkreter Umsetzung sind. Der Standort, der in den 1990er Jahren gegründet wurde, dient nun als Knotenpunkt für Hochtechnologie und Forschungseinrichtungen, benötigt aber dringend neue Flächen für weitere Einrichtungen und Start-ups.

Verfahrensschritte und regionale Einordnung

Das Ministerium weist darauf hin, dass für eine abschließende Entscheidung nun die weiteren Verfahrensschritte erforderlich sind. Die Landeshauptstadt Potsdam wird die notwendigen Unterlagen vorbereiten und das Verfahren fortführen. Der Prozess zur Änderung des Flächennutzungsplans ist ein mehrstufiger Vorgang, der neben der politischen Zustimmung des Ministeriums auch die Beteiligung der Öffentlichkeit und der betroffenen Gemeinden erfordert. Mit Golm Nord sollen langfristig zusätzliche Flächen für Wissenschaft, Forschung und wissenschaftsnahe Unternehmen entstehen. Gleichzeitig leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Deckung des Wohnraumbedarfs in Potsdam und zur nachhaltigen Stadtentwicklung entlang leistungsfähiger öffentlicher Verkehrsanbindungen.

Die Lage des Projekts im Nordwesten Potsdams macht die Abwägung zwischen Siedlungsentwicklung und Landschaftsschutz besonders sensibel. Golm Nord grenzt direkt an die Gemeinde Golm sowie an den Naturpark Westhavelland. Die Entwicklung soll daher nicht nur den Flächenverbrauch begrenzen, sondern auch die ökologische Funktion der angrenzenden Landschaften erhalten. Bernd Rubelt, der seit mehreren Jahren als Beigeordneter integrierte Stadtentwicklungskonzepte in Potsdam vorantreibt, sieht in der ministeriellen Bestätigung eine wichtige Grundlage für die weitere Umsetzung des Projekts.