Potsdam setzt mobile Solar-Smileys ein, um vor Schulen und Wohngebieten das Tempo zu senken

Potsdam setzt mobile Solar-Smileys ein, um Autofahrer vor Schulen und Wohngebieten ohne Bußgelder zum langsameren Fahren zu bewegen. Die Geräte erfassen anonymisierte Daten und wandern nach maximal sechs Monaten zu neuen Standorten

Statt eines Bußgeldbescheids sollen Autofahrer in Potsdam künftig ihr eigenes Tempo vor Augen bekommen. Die Landeshauptstadt stellt dafür mobile Geschwindigkeitsanzeigen auf, die die gefahrene Geschwindigkeit unmittelbar zurückmelden. Vor allem an Schulen, Kitas und in Wohngebieten sollen die Geräte dazu bringen, langsamer zu fahren. Die ersten beiden Anlagen liefen seit Februar im Testbetrieb, eine in der Kaiser-Friedrich-Straße vor der Ludwig-Renn-Grundschule, die andere am Lerchensteig vor der Kindertagespflege „Zwergenwiese“. Seit dem 24. Juni steht eine dritte Anzeige im Bereich des Weberparks in Alt Nowawes. Weitere Standorte sollen folgen, unter anderem in Fahrland.

Funktion und Einsatzdauer

Die Geräte arbeiten mit Solarmodulen und erfassen anonymisierte Geschwindigkeitsdaten. Aus diesen Daten will die Stadt ablesen, wie wirksam die Anzeigen sind und wo sie als Nächstes gebraucht werden. Jede Anlage bleibt laut Angaben der Stadtverwaltung höchstens sechs Monate an einem Ort und wandert dann weiter, damit nach und nach andere Bereiche im Stadtgebiet erreicht werden.

Finanzierung und übergeordnetes Ziel

Bezahlt wurde die Anschaffung aus dem Verkehrssicherheitsprogramm des Landes Brandenburg, gefördert vom Ministerium des Innern und für Kommunales. Das Programm verfolgt bis 2034 das Ziel „Vision Zero“, also die Vermeidung von Verkehrstoten und schweren Verletzungen. Die Förderung konzentriert sich dabei auf Präventionsmaßnahmen im Bereich Mensch und Umfeld, während bauliche Infrastrukturprojekte nicht darunter fallen.

Bestehende Initiativen im Stadtgebiet

Neu ist die Idee in Potsdam nicht. Die Verkehrswacht Potsdam betreibt seit Jahren mobile Anzeigen vor Schulen und Kitas, die Ortsteile Marquardt und Satzkorn haben eigene Geräte an wechselnden Standorten. Der Bürgerverein Bornim schaffte über das Bürgerbudget zwei Anlagen an, die am Bürgerhaus und im Hügelweg stehen. Der Ortsteil Uetz-Paaren bereitet die Anschaffung weiterer vor. Abgestimmt wird alles mit der Stadt.