Schleusenbrücke in Brandenburg bleibt offen und wird dauerhaft akustisch überwacht
Die Schleusenbrücke in Brandenburg bleibt zwar offen, unterliegt aber ab sofort einer dauerhaften akustischen Überwachung
Dauerhafte Überwachung sichert den Verkehr
Die umfassenden Untersuchungen an der Schleusenbrücke in Brandenburg an der Havel sind abgeschlossen. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Brücke bleibt zwar weiterhin für den Verkehr offen, unterliegt aber ab sofort einer dauerhaften technischen Überwachung. Ein entsprechendes akustisches Messsystem hat die Stadt bereits installiert und vergangenen Mittwoch offiziell in Betrieb genommen. Damit reagiert die Verwaltung auf die in vielen Spannstählen entdeckten Risse, die mit der Zeit größer werden und im schlimmsten Fall zum Bruch führen könnten. Teilweise ist die Tragfähigkeit einzelner Drähte durch diese Schäden bereits deutlich eingeschränkt.
Das neu installierte System funktioniert nach einem bewährten Prinzip: Es erkennt charakteristische Schallsignale, die beim Reißen einzelner Spanndrähte entstehen. Dadurch können mögliche Drahtbrüche nicht nur zuverlässig identifiziert, sondern auch räumlich genau eingegrenzt werden. Ein vergleichbares System wird bereits erfolgreich an der benachbarten Quenzbrücke eingesetzt und hat sich dort als verlässliche Methode zur Sicherheitsgewährleistung etabliert. Die kontinuierliche Überwachung ermöglicht es den Verantwortlichen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und insbesondere festzustellen, ob sich Drahtbrüche in bestimmten Bereichen der Konstruktion häufen.
Materialschwäche und langfristige Planung
Hintergrund der aktuellen Maßnahmen ist eine bekannte Materialschwäche des verwendeten Spannstahls, der bei der Errichtung der Brücke in den 1960er und 1970er Jahren zum Einsatz kam. Dieses Material ist anfällig für Spannungsrisskorrosion, ein Phänomen, das bei Brückenbauten aus dieser Epoche leider häufiger vorkommt. Während die Untersuchungen zeigten, dass der Beton und der Verfüllmörtel der Brücke eine gute Materialqualität aufweisen, waren es eben diese Spannstähle, die die Probleme verursachten. Die Messergebnisse werden fortan gemeinsam mit externen Fachgutachtern ausgewertet, um bei einer kritischen Häufung von Drahtbrüchen sofort weitere Maßnahmen einzuleiten.
Bisher liegen keine auffälligen Werte vor, sodass die Brücke aktuell als sicher gilt. Die Überwachung ist jedoch als langfristige Lösung konzipiert, da ein Neubau der Schleusenbrücke bereits fest geplant ist. In den nächsten Wochen folgt die abschließende formale Übergabe des Bauwerks an das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Spree-Havel, das die Baulast trägt. Dieses Amt hat das Wasserstraßen-Neubauamt Magdeburg bereits mit der konkreten Planung des Brückenneubaus beauftragt.
Rollenverteilung und Ausblick
Die Verantwortlichkeiten sind klar geteilt: Während die Stadt Brandenburg an der Havel den Betrieb der Überwachungsanlage sicherstellt und die Daten überwacht, liegt die Verantwortung für den zukünftigen Neubau beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt. Aktuell gibt es noch keine konkreten Termine für einen Baubeginn des neuen Bauwerks. Bis es so weit ist, dient das akustische Messsystem als wichtige Brückenlösung, um den sicheren Betrieb der Schleusenbrücke zu gewährleisten und die Bevölkerung sowie den Schiffsverkehr bestmöglich zu schützen. Die Kombination aus technischer Überwachung und der bereits eingeleiteten Planung für einen Ersatzbau stellt den aktuellen Stand der Dinge dar.