Potsdam saniert Großbeerenstraße und schafft Schutzstreifen für Radfahrer
Potsdam renoviert 355 Meter der Großbeerenstraße, erneuert die Fahrbahn und schafft beidseitige Schutzstreifen, während sechs Parkplätze entfallen
Die Stadt Potsdam startet am 13. Juli 2026 mit einer umfassenden Fahrbahnsanierung im Abschnitt der Großbeerenstraße zwischen Friesenstraße und Horstweg. Ziel ist, die beschädigte Fahrbahndeck‑ und Binderschicht zu erneuern und gleichzeitig die Sicherheit für Radfahrende zu erhöhen – dafür entfallen sechs bisher vorhandene Parkplätze.
Baumaßnahme und Zeitplan
Auf rund 355 Meter Länge und etwa 2 400 Quadratmeter Fahrbahnfläche wird die poröse Deck‑ und Binderschicht erneuert. Die Arbeiten sind auf etwa sechs Wochen angesetzt; die Freigabe der Straße ist für den 24. August 2026 geplant. Während der Bauzeit gilt im betroffenen Abschnitt ein Einbahnverkehr stadteinwärts, während der Gegenverkehr über die Friedrich‑Engels‑Straße und die Nuthestraße umgeleitet wird.
Änderungen für den Radverkehr
Parallel zur Fahrbahnerneuerung werden beidseitig Schutzstreifen markiert. Zusätzlich entsteht neben den verbleibenden Parkplätzen ein Sicherheitsstreifen, der den Abstand zu parkenden Fahrzeugen vergrößert und das Risiko von Dooring‑Unfällen – also Unfällen mit plötzlich öffnenden Autotüren – deutlich senken soll. An den sechs Stellen, an denen die Straße zu schmal ist, entfallen die Parkplätze; die frei werdenden Flächen sollen künftig Fahrradabstellanlagen aufnehmen oder entsiegelt werden. Die Markierung des Schutzstreifens ist im städtischen Radverkehrskonzept als Maßnahme Nr. 59‑61 gelistet und kostet rund 12 500 Euro.
Auswirkungen auf den Autoverkehr
Während der Bauphase wird der Verkehr im Baubereich stadteinwärts als Einbahnstraße geführt. Der Gegenverkehr nutzt die Friedrich‑Engels‑Straße und die Nuthestraße, und die örtlichen Buslinien werden umgeleitet. Die Verkehrsbetriebe informieren rechtzeitig über geänderte Haltestellen und Fahrzeiten. An der Kreuzung zwischen Dieselstraße und Horstweg kann die Straße zeitweise nicht gequert werden, und nicht immer stehen alle Fußgängerfurten bereit. Anlieger erreichen ihre Grundstücke phasenweise nicht; Rettungsdienste und Müllabfuhr bleiben jedoch gesichert.
Kosten und Finanzierung
Die Gesamtkosten der Sanierung belaufen sich auf etwa 700 000 Euro. Davon entfallen rund 12 500 Euro auf die Markierung der Schutzstreifen. Die Maßnahme ist Teil des städtischen Radverkehrskonzepts, das rund 400 Einzelmaßnahmen mit einem Gesamtinvestitionsbedarf von etwa 6,5 Millionen Euro umfasst.
Sicherheit und Zielsetzung
Studien zeigen, dass in deutschen Innenstädten bis zu 52 % der Unfälle mit parkenden Fahrzeugen Dooring‑Unfälle sind und insgesamt 18 % aller Unfälle mit verletzten Radfahrenden im Zusammenhang mit parkenden Autos stehen. Durch die zusätzlichen Sicherheits- und Schutzstreifen sowie die Entsiegelung von Flächen soll das Unfallrisiko im betroffenen Abschnitt nachhaltig reduziert werden. Die Sanierung verbindet damit notwendige Instandhaltungsarbeiten mit einem klaren Beitrag zur Verbesserung der Fahrradinfrastruktur in Potsdam.