Porta Temporum rekonstruiert mittelalterliche Gewänder anhand von Buchmalereien bei der Archäotechnica 2026

Die Gruppe Porta Temporum rekonstruiert bei der Archäotechnica 2026 mittelalterliche Gewänder anhand von Buchmalereien, da textile Funde oft nur fragmentarisch erhalten sind

Symbolfoto · Foto: Liviu Boldis / Unsplash

Ein weiterer Blick auf das Mittelalter: Die Gruppe Porta Temporum wird auch bei der diesjährigen Archäotechnica mitwirken. Pauline Zschach und Tim Tönsing haben es sich zum Ziel gesetzt, mittelalterliche Buchkunst und Geschichtsvermittlung miteinander zu verbinden. Weil Buchmalereien für die Interpretation und Rekonstruktion von mittelalterlicher Kleidung unverzichtbar sind, werden sie diese leuchtend bunten Quellen ins Licht rücken. An ihrem Display lernt man die Arbeit in einem Skriptorium um 1300 kennen und kann nachvollziehen, wie Gewänder in der Buchmalerei Schritt für Schritt gestaltet wurden. Von der Farbherstellung bis hin zur Vergoldung wird auch der Aussagewert dieser Bildquellen diskutiert und aufgezeigt, wie illuminierte Handschriften ausgewertet werden können.

Warum Bilder wichtiger sind als Stoffe

Die Bedeutung der Buchmalerei für die historische Modeforschung liegt in der Erhaltung der Details. Während echte Textilfunde aus dem Mittelalter oft stark verrottet oder nur noch als Fragmente erhalten sind, bieten illuminierte Handschriften ein fast vollständiges Bild von Farben, Mustern und Schnittführungen. Die Gruppe Porta Temporum nutzt diese visuellen Quellen als primäre Basis, um historische Gewänder authentisch zu rekonstruieren. Auf der Archäotechnica 2026, deren diesjähriges Motto „Fasern, Kleider, Schmückendes – Mensch und Mode durch die Jahrtausende“ lautet, demonstrieren Zschach und Tönsing genau diesen Prozess. Sie zeigen, wie aus einer zweidimensionalen Darstellung im Buch ein dreidimensionales Kleidungsstück entsteht, das den Trägern der damaligen Zeit gerecht wird.

Tradition der Archäotechnica im Paulikloster

Die Archäotechnica ist eine seit 1993 jährlich stattfindende Großveranstaltung des Brandenburgischen Landesamts für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum (BLDAM). Das Museum selbst ist im historischen Paulikloster an der Neustädtischen Heidestraße 28 untergebracht, einem der ältesten Bauten Brandenburgs. Die Veranstaltung hat sich über die Jahre zu einem festen Termin für Geschichtsbegeisterte entwickelt, wobei sich die Schwerpunkte jährlich ändern. Während sich das Programm im Vorjahr noch mit Handel und Reisen durch die Jahrtausende befasste, steht 2026 die Mode im Fokus. Neben der Gruppe Porta Temporum nehmen auch andere historische Gruppen und Akteure teil, die ihre Handwerkskunst und ihr Wissen über die Epochen hinweg präsentieren.

Termine und Eintrittspreise

Die Archäotechnica 2026 öffnet am 1. und 2. August ihre Tore im Archäologischen Landesmuseum Brandenburg. Die Veranstaltung ist jeweils von 10 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 5 Euro, ermäßigt 3,50 Euro. Kinder unter 10 Jahren haben freien Eintritt. Wer mehr über das Programm und die teilnehmenden Gruppen erfahren möchte, findet weitere Informationen auf der Website des Museums.