Potsdam Museum erhält historische DDR-Straßenleuchten für neue Dauerausstellung zur Stadtgeschichte
Das Potsdam Museum hat von der Stadtbeleuchtung historische DDR-Straßenleuchten erhalten, die als Auftakt einer neuen Dauerausstellung zur Stadtgeschichte dienen
Potsdams alte Straßenleuchten finden ein neues Zuhause
„Der Koffer“, „der Kochtopf“ oder „der Leipziger Tropfen“: Diese volkstümlichen Namen waren in Potsdam jahrzehntelang geläufig, als sie die nächtlichen Wege der Stadt beleuchteten. Nun haben diese historischen Leuchten aus DDR-Produktion ein neues Zuhause gefunden. Sie gehören seit kurzem der städtischen Sammlung des Potsdam Museum an. Stefan Dorendorf, Geschäftsführer der Stadtbeleuchtung Potsdam, übergab die Exponate kürzlich offiziell an das Museum. „Wir freuen uns sehr, dass die gute Zusammenarbeit zwischen der Stadtbeleuchtung Potsdam und dem Potsdam Museum auf diese Weise fortgesetzt werden kann“, so Dorendorf bei der Übergabe.
Ein leuchtendes Erbe der Stadtentwicklung
Die Schenkung ist das Ergebnis einer erfolgreichen Kooperation, die durch die Sonderausstellung „Licht an!“ im vergangenen Winter maßgeblich vorangetrieben wurde. Von Dezember 2025 bis März 2026 informierten sich mehr als 3.000 Besucher im Foyer des Museums über die Geschichte der Straßenbeleuchtung – von den alten Gaslaternen über die eleganten Schinkelmasten bis hin zu den charakteristischen Rundschirmleuchten der DDR. Die nun gespendeten Leuchten verbleiben dauerhaft im Museum und bilden den Auftakt einer neuen, kostenfreien Dauerausstellung zur Stadtgeschichte.
Für Museumsdirektor Thomas Steller sind die Objekte mehr als nur technische Geräte; sie sind Zeugnisse eines vergangenen Alltags. „So selbstverständlich sie einst nachts den Weg wiesen, so unbemerkt sind sie verschwunden“, sagt Steller. Hannes Wittenberg, sein Stellvertreter und Betreuer der technischen Sammlung, ordnet den Zuwachs ein: „Die akribisch von den Mitarbeitenden der Stadtbeleuchtung über Jahre gesammelten Leuchten sind ein Spiegel der Stadtentwicklung und zugleich der Technik- und Gestaltungsgeschichte.“
Von der Gaslaterne zum modernen Design
Die neue Sammlung ergänzt bereits bestehende Exponate wie Babelsberger Gaslaternen und die klassischen Schinkelleuchten. Ein wichtiger historischer Bezugspunkt der Ausstellung war das Jubiläum vor 50 Jahren: 1975 erlosch in Babelsberg die letzte Gaslaterne in Potsdam. Die Entwicklung der Beleuchtung spiegelt dabei die gesamte Stadtgeschichte wider. So legte ein Generalbeleuchtungsplan von 1994 fest, dass jeder Stadtteil einen spezifischen Leuchtentyp erhält, was bis heute für die charakteristische Vielfalt sorgt.
Neben den historischen DDR-Modellen, die in der Ausstellung erklärt wurden, hat sich die Stadtbeleuchtung auch der Moderne verpflichtet. Nach einem Designwettbewerb wurden beispielsweise die heutigen „Fritz-Leuchten“ ausgewählt, die mit dem IF-Designaward ausgezeichnet wurden. Wer sich tiefer in die Geschichte der Potsdamer Straßenbeleuchtung einlesen möchte, findet im Museumsshop die Begleitpublikation „Licht an!“. Das 60-seitige Buch, verfasst von Kurator Robert Leichsenring, ist für 8 Euro erhältlich.