Polizei ermittelt wegen versuchten Mordes nach Feueranschlag auf Jugendamt in Finsterwalde
Die Polizei in Finsterwalde ermittelt wegen versuchten Mordes nach einem Feueranschlag auf eine Außenstelle des Landratsamts Elbe-Elster, bei dem ein 35-Jähriger eine Sachbearbeiterin bedrohte und vier Personen Rauchvergiftungen erlitten
Die Polizei in Finsterwalde ermittelt nach einem schweren Feueranschlag auf eine Außenstelle des Landratsamts Elbe-Elster. Ein 35-jähriger Mann legte am Dienstagmorgen, dem 15. Juli 2026, kurz nach 8:00 Uhr in einem Büro der Behörde Feuer. Die Tat führte zu einer sofortigen Evakuierung des Gebäudes und hat den Dienstbetrieb am Standort vorerst zum Erliegen gebracht.
Der Täter soll zuvor eine Sachbearbeiterin im Rahmen eines Gesprächs über ein Jugendamtsthema bedroht haben. Anschließend zündete er einen Brandsatz, der mit brennbarer Flüssigkeit getränkt war. Durch die Flammen und den entstandenen Rauch wurden insgesamt vier Personen verletzt und mussten mit Verdacht auf Rauchvergiftung in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Verwaltung sprach zunächst von fünf Verletzten. Der Verdächtige konnte noch am selben Tag von der Polizei außerhalb des Gebäudes festgenommen werden.
Ermittlungen wegen versuchten Tötungsdelikts
Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgenommen. Der Verdacht richtet sich nun auf versuchten Mord. Die Hintergründe der Tat sind noch nicht vollständig geklärt, doch die Polizei prüft, ob es sich um einen gezielten Angriff auf die Behörde handelt. Der Konflikt soll sich im direkten Zusammenhang mit einem laufenden Verfahren oder einer Beratung im Jugendamt entwickelt haben.
Das Landratsamt Elbe-Elster hat bestätigt, dass der Dienstbetrieb in der Finsterwalder Außenstelle eingestellt ist, bis die Sicherheitslage und die Folgen des Brandes geklärt sind. Das Gebäude bleibt vorerst geschlossen, um die Ermittlungen nicht zu behindern und die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten.
Scharfe Verurteilung durch die Landespolitik
Der Angriff auf eine Behörde, die sich um das Wohl von Kindern und Jugendlichen kümmert, stieß auf breite Empörung. Sowohl Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke als auch Sozialminister René Wilke verurteilten die Tat scharf. Sie betonten, dass Gewalt gegen Amtsträger und Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung in keiner Weise geduldet werden dürfe.
Die Sicherheitsbehörden in der Region überprüfen nun, welche weiteren Maßnahmen ergriffen werden können, um Mitarbeiter vor ähnlichen Angriffen zu schützen. Für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird zudem eine psychologische Betreuung angeboten. Die Ermittlungen konzentrieren sich derzeit auf die genaue Rekonstruktion des Tatablaufs und die Klärung des Motivs des 35-jährigen Täters.