22-Jähriger gesteht Raubüberfälle auf Hotelgäste in Berlin-Mitte und Wilmersdorf
Ein 22-Jähriger gesteht vor dem Landgericht Berlin weitgehend zwei schwere Raubüberfälle auf Hotelgäste in Mitte und Wilmersdorf, die bei den Opfern tiefe psychische Spuren hinterließen
Ein 22-Jähriger steht derzeit vor dem Landgericht Berlin, weil er verdächtigt wird, in zwei Berliner Hotels Gäste überfallen und beraubt zu haben. Der Angeklagte, der sich seit Februar 2026 in Untersuchungshaft befindet, hat die wesentlichen Vorwürfe bereits zu Prozessbeginn weitgehend eingestanden und seine Taten bereut. Allerdings bestreitet er, in einem der Fälle einen Faustschlag ausgeführt oder ein Messer gezogen zu haben. Die Anklage lautet auf schweren Raub.
Gezielte Überfälle auf Touristen
Die Tatserie begann vor rund fünf Monaten. Laut Anklageschrift begab sich der junge Mann zunächst in ein Hotel im Stadtteil Berlin-Mitte. In der sechsten Etage habe er an eine Zimmertür geklopft. Als ihm eine Frau öffnete, stieß er sie zu Boden, schlug sie und bedrohte sie. Bei der brasilianischen Touristin raubte er 100 Euro Bargeld, Kopfhörer und Modeschmuck.
Etwa 20 Stunden später schlug der Täter erneut zu. Diesmal in einem Hotel im Bezirk Wilmersdorf. Hier überfiel er zwei Frauen und erbeutete laut Ermittlungen über 8.000 Euro. Die Taktik des Klopfens an Zimmertüren, um Gäste aus der Reserve zu locken, ist eine bekannte Methode bei Raubüberfällen, die oft gezielt auf internationale Touristen abzielt, da diese häufig Bargeld und Wertsachen in den Zimmern aufbewahren.
Opfer berichten von schweren Traumata
Eine 39-jährige Zeugin, eine Besucherin aus Rumänien, schilderte vor Gericht die Ereignisse des 9. Februar. Sie und ihre Freundin hätten sich am späten Abend im Hotelzimmer aufgehalten, als es an der Tür klopfte. „Als ich die Tür öffnete, zog der Mann ein Messer und verlangte Geld“, berichtete die Frau. Ihre Freundin habe aus Angst den Zimmersafe geöffnet, in dem sich ihre Geldbeutel befanden.
Die psychischen Folgen der Überfälle sind für die Opfer schwerwiegend. Die 39-Jährige sprach vor Gericht von einem Trauma, das für sie wohl für immer bleiben werde. Solche Erlebnisse können langfristige psychische Schäden wie eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) verursachen. In Berlin stehen Betroffenen verschiedene Opferberatungsstellen zur Unterstützung zur Verfügung.
Prozessverlauf und weitere Termine
Der Angeklagte wurde wenige Stunden nach der zweiten Tat festgenommen. Seine Verteidigerin kündigte an, dass ihr Mandant sich zu einem späteren Zeitpunkt umfassend zu den Vorwürfen äußern werde. Da der Prozess noch nicht abgeschlossen ist, sind für die weitere Verhandlung weitere Termine bis zum 24. August vorgesehen.
Die Anklage wegen schweren Raubs nach § 252 des Strafgesetzbuches (StGB) sieht einen deutlich erhöhten Strafrahmen vor, da Gewalt angewendet oder mit einer Waffe gedroht wurde. Ob der bestrittene Einsatz einer Waffe im ersten Fall oder der Faustschlag für die spätere Strafzumessung relevant werden, bleibt abzuwarten.