Polizei ermittelt Hakenkreuz an Linken-Büro in Berlin

An der Geschäftsstelle der Linken in Charlottenburg-Wilmersdorf wurde ein Hakenkreuz samt rechtsextremem Schriftzug entdeckt, die Polizei ermittelt wegen eines möglichen Hassverbrechens

Polizei ermittelt Hakenkreuz an Linken-Büro in Berlin
Symbolfoto · Foto: Hasan Tayyar Besik / Unsplash

An der Geschäftsstelle der Partei Die Linke in Charlottenburg-Wilmersdorf wurde ein Hakenkreuz sowie ein rechtsextremer Schriftzug an der Fensterscheibe entdeckt. Das schwarze Symbol und die Inschrift wurden am Morgen in der Behaimstraße 17 in 10585 Berlin gefunden. Die Partei hatte den Vorfall bestätigt und ein Foto des Vandalismus veröffentlicht, um die Öffentlichkeit über die Tat zu informieren.

Ermittlungen wegen Hasskriminalität

Die Berliner Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und geht von einem Verbrechen aus Hass und Vorurteilen aus. Der auf der Scheibe befindliche Schriftzug deutet laut Angaben der Linken auf eine spezifische rechtsextreme Gruppierung hin, deren Identität noch Gegenstand der polizeilichen Recherchen ist. In solchen Fällen ermittelt die Staatsanwaltschaft in der Regel nach Paragraf 130 StGB (Volksverhetzung) und Paragraf 126 StGB (Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten). Die Geschäftsstelle dient als zentraler Treffpunkt für lokale Arbeitsgruppen und politische Aktivitäten im Bezirk.

Wiederholte Angriffe im Bezirk

Der Vorfall ist nicht der erste Angriff auf politische Einrichtungen in diesem Berliner Bezirk in jüngster Zeit. Bereits am 19. April 2026 war ein Linke-Büro in Charlottenburg-Wilmersdorf Ziel eines Pflastersteinwurfs. Solche Anschläge auf politische Büros und Einrichtungen nehmen in Berlin im Jahr 2026 insgesamt zu. Die Havelblatt-Redaktion verfolgt die Entwicklung der Ermittlungen weiter.

Reaktion der Parteiführung

Landesgeschäftsführer Björn Tielebein zeigte sich erschüttert über die Tat, betonte jedoch, dass die Partei sich davon nicht einschüchtern lasse. Der 39-Jährige, der aus Marzahn-Hellersdorf stammt und dort Fraktionsvorsitzender in der BVV ist, erklärte: „Einschüchterungsversuche von Rechtsextremen kennen wir seit vielen Jahren, aber wir lassen uns nicht beirren. Demokratie lebt von Einsatz und Engagement.“ Tielebein kandidiert aktuell für den geschäftsführenden Landesvorstand. Die Geschäftsstelle hat regulär mittwochs von 13:00 bis 18:00 Uhr und freitags von 12:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.