Pitbull-Fans stellen in London mit 22000 Glatzenkappen neuen Guinness-Weltrekord auf

Über 22.000 Pitbull-Fans stellten im Londoner Hyde Park einen neuen Guinness-Weltrekord für die größte Versammlung von Glatzenkappen auf, während der Trend auch in Deutschland an Fahrt gewinnt

Symbolfoto · Foto: Leslie del Moral / Unsplash

Der US-Rapper Pitbull, bürgerlich Armando Christian Pérez, erlebt derzeit eine regelrechte Renaissance. Getragen von der Nostalgie für die 2000er-Jahre und Klassikern wie „Hotel Room Service“ oder „Timber“, die bei vielen Millennials Erinnerungen an verschwitzte Clubnächte wecken, ist der in Miami geborene Künstler wieder voll im Trend. Doch der aktuelle Hype geht weit über die Musik hinaus: Es ist vor allem seine Frisur – oder besser gesagt, das Fehlen einer solchen –, die Fans weltweit in Bewegung versetzt. Der Rapper trägt Glatze, und immer mehr seiner Anhänger tun es ihm nach, wenn auch meist nur temporär.

Das „Bald-Es“-Outfit als Dresscode

Auf den Konzerten des Künstlers hat sich ein ganz eigener Dresscode etabliert, der die Bühnenpräsenz von Pitbull direkt auf das Publikum überträgt. Fans verkleiden sich als ihr Idol: Weißes Hemd, schwarze Krawatte, Sonnenbrille und vor allem eine Glatzenkappe sind die unverzichtbaren Bestandteile des Looks. Manche gehen noch einen Schritt weiter und rasieren sich ein Ziegenbärtchen auf, um die Ähnlichkeit perfekt zu machen. Die Fans nennen sich selbst „Bald-Es“, eine Anspielung auf das englische Wort „Baldies“ für Glatzköpfe, und feiern diesen Look als Zeichen der Solidarität mit ihrem Idol.

Weltrekord im Londoner Hyde Park

Die Bewegung erreichte am 10. Juli 2026 ihren vorläufigen Höhepunkt. Beim British Summer Time Festival im Londoner Hyde Park wurde ein neuer Guinness-Weltrekord aufgestellt: Die größte Versammlung von Menschen mit Glatzenkappen. Rund 22.141 Teilnehmer waren es, die sich offiziell von einem Guinness-Richter, 400 Freiwilligen und Drohnen verifizieren ließen. „We did it Bald-Es“, rief Pitbull seinen Fans begeistert von der Bühne zu. Die Idee zu diesem spektakulären Event stammt dabei nicht ursprünglich vom Künstler selbst, sondern geht auf eine virale Kampagne zurück, die von den britischen Medienpersönlichkeiten Greg James und dem Influencer Jack Remmington initiiert wurde.

Das Konzert in London war zudem musikalisch ein besonderes Ereignis. Pitbull trat erstmals seit 2013 wieder gemeinsam mit Kesha auf, um ihren Hit „Timber“ zu performen. Diese Zusammenarbeit unterstrich die starke Nostalgie-Welle, die den aktuellen Erfolg des Rappers antreibt.

Boom bei den Kostümgeschäften

Der Trend macht sich auch in der deutschen Wirtschaft bemerkbar. Beim Kostümgeschäft Deiters wurde ein deutlicher Anstieg der Nachfrage verzeichnet. Inhaber Herbert Geiss berichtete der Deutschen Presse-Agentur, dass das Unternehmen seit letztem Jahr mit einer erhöhten Nachfrage nach Glatzenperücken konfrontiert sei, was sie zunächst extrem überrascht habe. Besonders auffällig ist die Demografie der Käufer: Vor allem junge Frauen begeistern sich für die Fake-Glatzen, obwohl Pitbull primär als männlicher Rapper wahrgenommen wird. „Dass der Trend sich in diesem Jahr so fortführt, freut uns sehr“, so Geiss. „Wir haben genug ‚Glatzen’ und die passenden Outfits da.“

Blick auf die deutschen Konzerte

Mit dem Weltrekord im Rücken blicken nun alle Augen auf die kommenden Auftritte des Rappers in Deutschland. Am Samstag, dem 18. Juli 2026, steht Pitbull auf dem Lollapalooza-Festival in Berlin auf der Bühne. Am Sonntag, dem 19. Juli, geht es im Rahmen seiner „I’m Back Tour“ weiter nach Düsseldorf. Wer sich für diese Konzerte noch ausrüsten will, hat gute Chancen, da die Lager der Kostümgeschäfte gut gefüllt sind. Die Frage ist nun, ob es den Fans in Deutschland gelingen wird, den Rekord aus London zu knacken und die Zahl der Glatzenkappen noch einmal zu steigern.