Oberbürgermeister Daniel Keip zieht erste Zwischenbilanz beim Sommerempfang an der Regattastrecke

Oberbürgermeister Daniel Keip zog an der Regattastrecke seine erste Zwischenbilanz nach vier Monaten im Amt und diskutierte aktuelle Themen wie die Tierheim-Ausschreibung

Symbolfoto · Foto: Jasmin Schreiber / Unsplash

Sommerempfang an der Regattastrecke

Das Wetter war laue, die Stimmung gut – so lässt es sich netzwerken. Auf Einladung von Oberbürgermeister Daniel Keip und dem Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung, Walter Paaschen, fand der traditionelle Sommerempfang der Stadt Brandenburg an der Havel an der Regattastrecke Beetzsee statt. Der Ort war eine bewusste Wahl: Die 1969 eröffnete Naturregattastrecke, die als traditionsreicher Veranstaltungsort dient, unterstreicht die städtische Strategie, lokale Identität und Tourismus mit der politischen Kommunikation zu verknüpfen. Gerade in Anbetracht der anstehenden Kanu-WM 2026 ist die Regattastrecke ein zentraler Bezugspunkt für die Havelstadt.

Für Daniel Keip markiert der Empfang eine wichtige Etappe in seiner Amtszeit. Der SPD-Politiker trat sein Amt als Oberbürgermeister erst am 2. März 2026 an, nachdem er die Stichwahl am 23. November 2025 mit 60,4 Prozent der Stimmen gegen Amtsinhaber Steffen Scheller gewonnen hatte. Es war der erste Wechsel an der Spitze der Stadtverwaltung seit 2018. Nach vier Monaten Amtsführung nutzte Keip die Gelegenheit, eine erste Zwischenbilanz zu ziehen und die nächsten Schritte der Stadtentwicklung aufzuzeigen. Die Wahlbeteiligung bei der Stichwahl lag mit 39,2 Prozent deutlich unter dem Niveau von 2018, was den neuen Oberbürgermeister vor die Herausforderung stellt, das politische Interesse in der Bevölkerung zu stärken.

Aktuelle Themen und Kontroversen

Gesprächsstoff gab es an den Tischen in Hülle und Fülle. Neben der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung der Havelstadt dominierten zwei kontroverse Themen die Diskussionen. Zum einen steht die Tierheim-Ausschreibung im Fokus. Der Vertrag zwischen der Stadt und dem Tierschutzverein läuft seit dem 1. April 2026 auf Kündigungsgrundlage, da der alte Vertrag vergaberechtlich nicht mehr auskömmlich war. Ziel ist ein neuer Vertragsabschluss zum 1. Juli 2026, um einen Neustart im Sinne des Tierwohls zu ermöglichen. Die aktuelle Unsicherheit rund um den Vertrag sorgte für lebhafte Debatten unter den Gästen.

Zum anderen wurde das von den Freien Wählern veröffentlichte „Rathaus-Durcheinander“ rund um die Neugestaltung der Haltestellen in der Karl-Marx-Straße intensiv diskutiert. Der Umbau der Straßenbahnhaltestelle zu einer barrierefreien Kombi-Haltestelle befindet sich seit Februar 2026 im Planfeststellungsverfahren. Die Freie Wähler-Fraktion kritisiert den Prozess als intransparent und warnt vor Fehlplanungen im Tiefbauamt. Ob hier eine fehlende Bürgerbeteiligung vorliegt, war ein wiederkehrender Punkt im Small-Talk der Anwesenden.

Netzwerk und politischer Austausch

Walter Paaschen, der als Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung die politische Arbeit im Rathaus begleitet, war als politischer Gegenspieler und Partner des Oberbürgermeisters ebenfalls vor Ort. Der Sommerempfang diente somit nicht nur der informellen Kommunikation, sondern auch der Demonstration eines funktionierenden politischen Miteinanders trotz unterschiedlicher Positionen in den aktuellen Sachfragen. Die Gäste nutzten die Gelegenheit, sich über die Pläne der Stadtverwaltung zu informieren und ihre eigenen Ideen zur wirtschaftlichen Entwicklung einzubringen.

Ein Bericht mit einer Bildergalerie zu den Eindrücken des Abends folgt in Kürze.