Nicolaischule sammelt Bücher für neue Bibliothek
Die Nicolaischule in Brandenburg an der Havel baut eine eigene Bibliothek auf und sucht dafür dringend Bücherspenden, da keine Fördermittel für den Buchankauf vorgesehen sind
Noch sind die Regale in einem der Vorbereitungsräume der Nicolaischule in Brandenburg an der Havel leer, doch die Pläne sind bereits konkret: Die Schule möchte eine eigene Bibliothek aufbauen. Die Initiative, die unter den Lehrkräften entstanden ist, verfolgt ein klares Ziel – Schüler im Alter von 13 bis 17 Jahren ohne jeden Leistungsdruck zum freiwilligen Lesen zu motivieren. Um diesen Ort der Leseförderung mit Leben zu füllen, sucht die Nicolaischule nun dringend nach Bücherspenden.
Warum die Schule auf Spenden angewiesen ist
Hintergrund der aktuellen Spendensuche ist eine finanzielle Lücke, die sich trotz staatlicher Unterstützung ergibt. Im Rahmen des bundesweiten Startchancen-Programms, eines zehnjährigen Investitionsprogramms mit einem Volumen von insgesamt 20 Milliarden Euro, werden zwar Infrastrukturmaßnahmen und personelle Ressourcen gefördert. Der laufende Bedarf an Buchneuerwerbungen für eine Bibliothek wird jedoch nicht abgedeckt.
„Wir haben im Rahmen des Startchancen-Programms überlegt, was man für die Kinder und auch die Schule weiterentwickeln kann. Da hatten wir die Idee, eine Bibliothek ist sinnvoll, um einfach die Kinder ohne Druck ans Lesen heranzuführen“, erklärt Silvio Donner, Lehrer an der Nicolaischule. Da keine speziellen Fördermittel für den Kauf neuer Bücher zur Verfügung stehen, ist die Schule auf die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung angewiesen.
Gesucht werden aktuelle Jugendgenres
Die Regale warten auf ihre Füllung. Gesucht werden grundsätzlich alle Bücher, die für die Zielgruppe der 13- bis 17-Jährigen interessant sind. Dabei legt die Schule großen Wert darauf, dass die gespendeten Werke gut erhalten und leihbar sind. „Wichtig ist, sie sollten nicht zerfleddert und nutzbar sein, und vielleicht hat der eine oder andere die gesuchten Bücher noch bei sich zu Hause liegen und weiß nicht, wohin mit den Büchern“, so Donner.
Besonders gefragt sind Titel, die den aktuellen Lese-Trends unter Jugendlichen entsprechen. Dazu zählen aktuell stark nachgefragte Genres wie Romantasy (eine Mischung aus Romanze und Fantasy), Manga (ab ca. 13 Jahren), Krimis, Thriller, Mystery, Dystopien sowie Coming-of-Age-Geschichten. Aber auch klassische Jugendromane, Reihen oder einzelne Bände sind herzlich willkommen. Der Fokus liegt dabei bewusst auf modernen Themen, die auch durch Phänomene wie „BookTok“ auf Social-Media-Plattformen an Popularität gewonnen haben.
Abgabe und Terminvereinbarung in der Ferienzeit
Um die Bücher zu sammeln, hat Silvio Donner sogar eine Suchanzeige auf eBay Kleinanzeigen geschaltet. Die Abgabe der Spenden kann direkt in der Nicolaischule in der Vereinsstraße 11 erfolgen. Da sich die Aktion jedoch mitten in der Ferienzeit befindet, ist die Schule nicht durchgehend besetzt. Interessierte Spender müssen sich daher vorher anmelden, um einen Abgabezeitpunkt zu vereinbaren.
Die Terminabsprache lässt sich über das Sekretariat der Schule treffen, entweder telefonisch unter 03381-584191 oder per E-Mail an nicolai@schule-brandenburg.de. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Spenden auch direkt entgegengenommen werden können.
Von der leeren Wand zum digitalen System
Parallel zur Sammlung der physischen Bücher arbeitet die Schule bereits an der räumlichen und technischen Umsetzung des Projekts. Ein ehemaliger Vorbereitungsraum wird derzeit entkernt, um einen ansprechenden Ort für die Leseförderung zu schaffen. Die Regale sind bereits vorhanden und warten nur noch auf ihren Inhalt.
Neben dem klassischen Bücherbestand plant die Nicolaischule zudem die Einführung eines digitalen Ausleihsystems. Dieser Schritt unterstreicht den pädagogischen Ansatz der Schule, die nicht nur das traditionelle Lesen, sondern auch die moderne Medienkompetenz fördern möchte. So soll ein Zugang zu Medien entstehen, der sowohl den physischen Buchkontakt als auch digitale Möglichkeiten vereint – ganz im Sinne eines wertschätzenden und solidarischen Schulklimas, das die Nicolaischule auch durch ihr internationales Engagement, etwa die Partnerschaft mit Gambia, lebt.