Neues Modulgebäude für Stellwerk Gerwisch steht nach Brandwiederaufbau fest aufgestellt.
Am 23. Juni 2026 wurde in Gerwisch das neue Modulgebäude für das Elektronische Stellwerk aufgestellt, um den Wiederaufbau nach dem Brand im September 2025 voranzutreiben. Die Deutsche Bahn InfraGO bestätigt, dass das Projekt trotz notwendiger Anpassungen an den Nachbarstationen Biederitz und Möser im Zeitplan liegt. Die offizielle Inbetriebnahme der Anlage ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen.
Ein wichtiger Schritt für den Schienenverkehr in der Region ist getan. Am Dienstag, dem 23. Juni 2026, wurde in Gerwisch das neue Modulgebäude für das Elektronische Stellwerk (ESTW) aufgestellt. Damit rückt die Wiederherstellung der vollen Leistungsfähigkeit auf der wichtigen Ost-West-Magistrale zwischen Magdeburg und Berlin ein großes Stück näher. Wie die Deutsche Bahn mitteilte, liegt das Projekt trotz der aufwendigen Arbeiten voll im Zeitplan. Die offizielle Inbetriebnahme der modernen Anlage ist unverändert für das vierte Quartal 2026 vorgesehen.
Wiederaufbau nach dem Brand
Der Neubau war notwendig geworden, nachdem am 23. September 2025 ein verheerender Brand das alte Stellwerk in Gerwisch vollständig zerstört und irreparable Schäden an der Leit- und Sicherungstechnik hinterlassen hatte. Der Rückbau der Ruine begann bereits am 7. Januar 2026, um Platz für den Neubau zu schaffen. Das neue ESTW wird als Modulgebäude errichtet, was den Bauzeitraum im Vergleich zu herkömmlichen Methoden verkürzt und eine schnellere Inbetriebnahme ermöglicht.
Der Wiederaufbau gleicht einer Operation am offenen Herzen des regionalen Bahnnetzes. Neben dem eigentlichen Modulgebäude errichten Spezialisten derzeit neue Signale und Gleisquerungen. Um das neue System zu integrieren, müssen zudem die benachbarten Betriebsstellen in Biederitz und Möser angepasst werden. Auch direkte Arbeiten am Gleiskörper stehen auf dem Programm, um den Bahnbetrieb künftig stabiler, leistungsfähiger und zukunftsfähiger aufzustellen.
Temporäre Lösungen und Fahrplaneinschränkungen
Seit dem 1. März 2026 wird der Zugverkehr durch eine technische Kopplung der benachbarten Stellwerke Biederitz und Möser kompensiert, was die Kapazität auf der Strecke zunächst verdoppelt hat. Die finale Anbindung und Inbetriebnahme des neuen ESTW erfordert jedoch Geduld von den Fahrgästen. Bis zum 30. September 2026 kommt es auf dem Abschnitt zwischen Biederitz und Möser zu gravierenden Einschränkungen und wechselnden Sperrungen.
Die Bauarbeiten greifen tief in den Fahrplan ein. Die Züge der Linie RB40 verkehren bis zum 30. September größtenteils nur bis Biederitz. Eine Ausnahme gilt während der eingleisigen Phasen: Jeweils montags bis freitags morgens fahren die Züge RB 16406 und RB 16450 ab Genthin bzw. Burg. An den Wochenenden der Totalsperrungen entfallen allerdings auch diese Verbindungen komplett. Der Regional-Express RE1 fährt zwar nach Regelfahrplan, ab dem 6. Juli wird es jedoch zwischen Burg und Magdeburg zu zeitlichen Anpassungen kommen, um die Pünktlichkeit der Linie zu sichern.
Phasen der Sperrungen
Besonders kritisch sind die beiden Phasen der Totalsperrung beider Gleise geplant. Vom 4. bis 5. Juli sowie erneut vom 4. bis 30. September ist kein Zugverkehr auf dem betroffenen Abschnitt möglich. In diesen Zeiträumen richtet die Deutsche Bahn einen Schienenersatzverkehr mit Bussen ein. Fahrgäste werden dringend gebeten, sich vor Reiseantritt über die digitalen Auskunftsmedien wie den DB Navigator oder die Website der Deutschen Bahn zu informieren, um Verspätungen und Umleitungen zu vermeiden.
Die detaillierte Abfolge der Einschränkungen sieht wie folgt aus: Bis zum 3. Juli gilt eine eingleisige Sperrung zwischen Biederitz und Möser. Anschließend folgen die beiden Tage der Totalsperrung. Vom 6. Juli bis zum 4. September wird wieder eingleisig gefahren, diesmal mit der Fahrtrichtung Möser nach Biederitz als Priorität. Den Abschluss bildet die zweite Totalsperrungsphase Ende September, bevor das neue Stellwerk die volle Kontrolle übernehmen kann.