Neue Bahnbrücke Wust: Schallschutzwände stehen, Asphalt folgt für Freigabe im Herbst 2026
An der neuen Bahnbrücke Wust werden die Schallschutzwände montiert, bevor die Asphaltarbeiten für die geplante Verkehrsfreigabe im Herbst 2026 folgen
Nach monatelanger Wartezeit auf die Fertigstellung der eigentlichen Brückenkonstruktion über die RE1-Strecke ist an der neuen Bahnbrücke in Wust nun der nächste große Schritt eingeleitet worden: Der Bau der Zufahrtsrampen schreitet zügig voran. Während die Rampe auf der Wuster Seite bereits mit Bordsteinen versehen ist, laufen auf der Seite von Neu Schmersk die entsprechenden Arbeiten gerade erst an. Bevor die Brücke jedoch für den Verkehr freigegeben werden kann, steht nun der Einbau eines massiven Schallschutzes an, der die Anwohner vor dem Lärm des Bahnverkehrs schützen soll.
Massive Lärmschutzwände im Aufbau
Deutlich sichtbar ragen die Stützen der geplanten Schallschutzwand im Bereich der Rampe bereits seit geraumer Zeit sechs Meter in den Himmel. Seit dieser Woche werden hier die ersten Aluelemente eingehängt, die den Straßenlärm abhalten sollen. Die Montage ist eine anspruchsvolle Aufgabe, da die Elemente als Pakete geliefert werden und unterschiedliche Maße aufweisen. Die Monteure müssen das Sortieren und Einhängen daher oft direkt vor Ort an den jeweiligen Stellen durchführen.
Etwas anders gestaltet sich die Situation auf der Neu Schmersker Seite hinter der Straßenkreuzung. Hier wurden die Fundamente bereits in den Erdboden gegossen, und teils sind die Bewehrungen für den Sockel schon geflochten, in den später die Profilsockel eingepasst werden. In diesem zweiten Abschnitt der Schallschutzwand, der links und rechts der B1 verläuft, kommen durchsichtige Elemente zum Einsatz. Diese Kombination aus ca. 1.380 Quadratmetern durchsichtigen Acrylplatten und rund 1.100 Quadratmetern einseitig hochabsorbierenden Aluminiumelementen dient einem doppelten Zweck: Sie reduziert den Lärm des RE1-Verkehrs auf der Strecke Berlin–Potsdam–Magdeburg erheblich, ohne die Anwohner dauerhaft im Schatten zu halten. Die Vorbereitungen für den Aufbau laufen parallel zu weiteren Baumaßnahmen.
Zeitplan und weitere Bauabschnitte
Johannes Katte vom Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg, der als Bauherr die Aufstellarbeiten überwacht, zeigt sich mit dem Fortschritt zufrieden. Insgesamt liege man im aktuell vorgesehenen Zeitplan, auch wenn es noch diverse Restarbeiten zu erledigen gilt. In einigen Wochen soll es dann soweit sein: Die Fahrbahnen sowie die Geh- und Radwege erhalten ihre Asphaltdecke. Der aktuelle Plan sieht vor, dass die Brücke noch im Herbst dieses Jahres, nämlich 2026, für den Verkehr freigegeben werden kann.
Nach dem Abschluss dieser ersten Bauarbeiten am Wuster Bahnübergang wird sofort auf den zweiten Bauabschnitt umgeschwenkt. Dieser umfasst die Anbindung an die alte B1 und zieht sich in Richtung Einkaufszentrum bis kurz vor die Ampelkreuzung hin. Um die Verkehrsführung während dieser Phase sicherzustellen, wird derzeit auf der linken Seite eine neue provisorische Umfahrung gebaut. Diese wird genutzt, sobald die Arbeiten in Richtung des Einkaufszentrums voranschreiten. Während der gesamten Bauzeit wird der Lkw-Verkehr großräumig über die B102 und die L88 umgeleitet, um die Baustelle zu entlasten und die B1 für den übrigen Verkehr offen zu halten.
Die Arbeiten an der Brücke und den Schallschutzwänden markieren einen wichtigen Meilenstein in der langwierigen Geschichte des Projekts zur Beseitigung des Bahnübergangs. Nach einer Aufhebung des Vergabeverfahrens Anfang 2025 und der erfolgreichen Neuausschreibung im Mai desselben Jahres konnte das Vorhaben nun wieder zügig vorangetrieben werden. Die Arbeitsgemeinschaft PORR/Matthäi ist für den Straßenbau verantwortlich, während die he-b Ingenieurbau GmbH die Errichtung der Lärmschutzwände übernimmt. Mit der geplanten Freigabe im Herbst 2026 rückt das Ziel einer modernen und lärmreduzierten Verkehrsanbindung in Wust endlich in greifbare Nähe.