Ministerium lädt zur Führung über den militärischen Widerstand aus Potsdam heraus ein
Das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung lädt am 20. Juli zu einer Führung durch die Ausstellung über den militärischen Widerstand aus Potsdam heraus ein
Anlässlich des 82. Jahrestags des gescheiterten Attentats auf Adolf Hitler lädt das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung (MIL) am heutigen Montag, dem 20. Juli 2026, zu einer besonderen Führung durch die Gedenkausstellung „Potsdam und der 20. Juli 1944“ ein. Im ehemaligen Kasernengebäude des Infanterie-Regiments 9, in dem heute das Ministerium seinen Sitz hat, wird an den militärischen Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur erinnert. Die Ausstellung, die zum Potsdam Museum gehört, beleuchtet die Lebenswege, Motive und das Handeln der Offiziere, die den Umsturzversuch „Operation Walküre“ maßgeblich aus Potsdam heraus vorbereiteten.
Das Gebäude an der Henning-von-Tresckow-Straße 2–8 ist selbst ein historischer Zeuge dieser Zeit. Aus dem hier stationierten Infanterie-Regiment 9 gingen zahlreiche Offiziere hervor, die sich dem Widerstand anschlossen. Zu den bekanntesten Persönlichkeiten gehörte Henning von Tresckow, einer der führenden Köpfe des militärischen Widerstands, dem die Straße gewidmet ist. Tresckow war 1917 als Fahnenjunker in Potsdam in das 1. Garde-Regiment zu Fuß eingetreten und wurde später in das Infanterie-Regiment 9 übernommen. Die Ausstellung macht sichtbar, dass der Widerstand gegen das NS-Regime auch in Potsdam konkrete Orte und Gesichter hatte. Sie zeigt, wie Offiziere in einer militärisch geprägten Umgebung zu entschiedenen Gegnern Hitlers wurden, welche persönlichen Risiken sie eingingen und welche fatalen Folgen das Scheitern des Attentats für sie hatte.
Historische Hintergründe und Persönlichkeiten
Die Ausstellung würdigt nicht nur Tresckow, sondern auch andere Widerstandskämpfer wie Hasso von Boehmer und Alexis von Roenne, die ebenfalls im Infanterie-Regiment 9 dienten. Ein zentraler Aspekt ist die Entwicklung Tresckows, der sich von einem frühen Hitler-Befürworter im Jahr 1933 zu einem der wichtigsten Akteure im inneren Widerstand wandelte. Nach dem misslungenen Attentat beging er am 21. Juli 1944 Selbstmord, um einer Verhaftung durch die Gestapo zuvorzukommen. Die Gestapo exhumierte und verbrannte seine Leiche später, um seine Identität zu verschleiern. Die Ausstellung leistet damit einen wichtigen Beitrag dazu, historische Verantwortung, Zivilcourage und die Bedeutung demokratischer Werte anschaulich zu vermitteln.
Führung und Anmeldung
Das Potsdam Museum bietet am 20. Juli von 15 bis 16.30 Uhr eine fachkundige Führung durch die Ausstellung an. Die Führung wird von zwei Experten geleitet: Dr. Heiner Bröckermann, Militärhistoriker und Oberstleutnant der Bundeswehr, sowie Volker Schobeß aus dem Arbeitskreis Militärgeschichte im Förderverein des Potsdam Museums. Die besondere Perspektive von Bröckermann, der als aktiver Berufsoffizier und Dozent an der Universität Potsdam tätig ist, bietet einen einzigartigen Einblick in die militärische Dimension des Widerstands. Schobeß ist als Autor der „Chronik der Garnisonsstadt Potsdam 1640–1994“ eine bekannte Persönlichkeit in der lokalen Geschichtsszene.
Der Treffpunkt für die Teilnehmer ist um 14.30 Uhr im Potsdam Museum (Am Alten Markt 9), wo die Tickets abgeholt werden müssen. Eine vorherige Anmeldung ist zwingend erforderlich. Interessierte können sich per E-Mail unter museumsservice@rathaus.potsdam.de oder telefonisch unter 0331 2896850 anmelden. Weitere Informationen zur Anmeldung sind auf der Website des Museums verfügbar. Die Veranstaltung findet am Standort des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung in der Henning-von-Tresckow-Straße 2–8, 14467 Potsdam, statt.