Potsdam lädt am 28. August zum Abendspaziergang über den Neuen Friedhof ein

Potsdam lädt am 28. August zu einem Abendspaziergang über den historischen Neuen Friedhof ein, wo Bereichsleiterin Marlen Scheunemann Grabstätten bedeutender Persönlichkeiten zeigt

Potsdam lädt am 28. August zum Abendspaziergang über den Neuen Friedhof ein
Symbolfoto · Foto: J. Weisner / Unsplash

Die Landeshauptstadt Potsdam lädt zu einem besonderen historischen Spaziergang ein, der nun zu einem neuen Termin stattfindet. Der ursprünglich für Juli geplante Abendspaziergang über den Neuen Friedhof musste aufgrund eines Unwetters kurzfristig verschoben werden. Die Führung findet nun am Freitag, 28. August, um 18 Uhr statt und dauert etwa 90 Minuten. Treffpunkt ist vor dem Eingang zum Neuen Friedhof in der Heinrich-Mann-Allee 25. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Ein Lenné-Werk mit historischer Tiefe

Der Neue Friedhof ist weit mehr als eine reine Begräbnisstätte; er gilt als bedeutendes Werk des Landschaftsgärtners Peter Joseph Lenné. Nach Plänen des berühmten Gartenkünstlers wurde der 26,5 Hektar große Park im Jahr 1867 eröffnet, nachdem der alte Friedhof in der Stadt überfüllt war. Bis heute prägt die ursprüngliche Anlage das Bild des Ortes, der als grüner Erinnerungsort direkt in die Potsdamer Stadtgeschichte eingebettet ist.

Die Führung wird von Marlen Scheunemann, der Bereichsleiterin Friedhöfe der Landeshauptstadt, geleitet. Sie stellt die Besonderheiten des Ortes vor und führt die Teilnehmer zu den Grabstätten bedeutender Potsdamer Persönlichkeiten. Zu den prominenten Ruhestätten gehört das Grab des Physikers Hans Geiger (1882–1945). Der Erfinder des nach ihm benannten Geigerzählers starb am 24. September 1945 in Potsdam; sein Grabmal ist ein wichtiges Zeugnis der Wissenschaftsgeschichte in der Region.

Bedeutende Künstler und historische Schicksale

Neben Geiger finden sich auf dem Gelände die Gräber weiterer namhafter Persönlichkeiten. Der Maler Fritz Rumpf (1856–1927), ein bekannter Potsdamer Künstler und Mäzen, fand hier seine letzte Ruhestätte. Auch der Landschafts- und Gartenarchitekt Gustav Meyer (1816–1877), der als preußischer Gartenarchitekt und Direktor der Königlichen Gärten in Berlin wirkte, ist auf dem Neuen Friedhof beigesetzt. Ein weiterer wichtiger Künstler ist der Bildhauer und Stuckateur Friedrich Wilhelm Koch.

Die Geschichte des Friedhofs ist jedoch auch von Zerstörung geprägt. In der Bombennacht vom 14. April 1945 wurde das Gelände schwer getroffen, was viele historische Grabstätten beschädigte. Dennoch wurden zahlreiche Anlagen später restauriert oder neu gestaltet. Ein herausragendes Kunstwerk aus dieser Zeit ist das Sanitätskorps-Denkmal, das 1929 enthüllt wurde. Es geht auf ein Modell von Hans Hubert Dietzsch zurück und wurde nach dessen Tod von Joseph Gobes vollendet, ein bedeutendes Beispiel für die Friedhofskunst der Weimarer Republik.

Der Rundgang bietet somit nicht nur Einblicke in die Biografien der Bestatteten, sondern auch in die Gestaltung des Friedhofs als Ort der Erinnerung und der Kunst. Besucher können die Verbindung von Natur, Geschichte und Stadtentwicklung in einem der schönsten Parks Potsdams erleben.