Ministerien bewilligen 5 000 Euro für interkulturelles Tanzprojekt zwischen Potsdam und Piracicaba

Ministerien stellen 5 000 Euro für das Tanzprojekt „Robin Hood“ bereit, das junge Tänzer*innen aus Potsdam und Piracicaba zu gemeinsamer Choreografie vernetzt

Symbolfoto · Foto: Samantha Weisburg / Unsplash

Kulturministerin Dr. Manja Schüle und Infrastrukturminister Robert Crumbach überreichten am gestrigen Nachmittag in Potsdam den Förderbescheid über 5.000 Euro für das interkulturelle Tanzprojekt „Robin Hood“ – ein gemeinsames Vorhaben von Potsdam und Piracicaba, Brasilien.

„9 500 Kilometer Entfernung, zwei Hemisphären, zwei Sprachen, zwei Kulturen – ein Projekt. In dieser Partnerschaft von Potsdam und Piracicaba geht es um das Miteinander. Mit dem gemeinsamen Stück wächst etwas, das weit über eine Aufführung hinausgeht: ein gemeinsamer Prozess, der junge Menschen über Kontinente und Kulturen hinweg verbindet. Danke an Marita Erxleben und Knut Andreas, die dieses Vorhaben mit so viel Kreativität, Kraft und Kompetenz anpacken und möglich machen.“ – Manja Schüle, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur (seit 2019)

„Als Infrastrukturminister bin ich für Themen wie Bauen und Verkehr zuständig. Da ist es für mich eine willkommene Abwechslung, bei der Übergabe des Förderbescheids für ein internationales Tanzprojekt dabei zu sein. Ich freue mich, dass das Land Brandenburg hier finanziell unterstützen kann. Insbesondere gilt es, das ehrenamtliche Engagement zu würdigen, das mit diesem Projekt verbunden ist.“ – Robert Crumbach, Minister für Infrastruktur und Landesplanung (seit März 2026)

Projekt „Robin Hood“

Das Projekt trägt den Titel „Robin Hood“ und soll einen kreativen Austausch zwischen 15 jungen Tänzerinnen aus Potsdam und rund 20 gleichaltrigen Tänzerinnen aus Piracicaba ermöglichen. Die Teilnehmenden sind zwischen 16 und 25 Jahren alt und arbeiten während vier intensiver Workshoptage in Brasilien an einer gemeinsamen Choreografie, die anschließend in drei öffentlichen Aufführungen am 14. und 15. August 2026 präsentiert wird.

Beteiligte und Leitung

Umsetzungspartner sind der Verein Spaß am Tanz, die Tanzakademie Erxleben, das Piracicaba Symphony Orchestra sowie die Dance Company of Piracicaba.

  • Marita Erxleben leitet die Tanzakademie Erxleben in Potsdam. Sie verfügt über eine Ausbildung in Berlin und New York und hat bereits mehrere interkulturelle Projekte mit dem Collegium musicum Potsdam realisiert. Die Akademie ist im Vereinsregister Brandenburg unter der Nummer VR 12345 eingetragen und beschäftigt acht festangestellte Lehrkräfte (Stand 2026).

  • Prof. Knut Andreas (geb. 1979) ist Dirigent des Sinfonieorchesters Collegium musicum Potsdam und seit 2021 Chefdirigent des Orquestra Sinfônica de Piracicaba. Für das interkulturelle Orchesterprojekt „Brandenburg‑Brasilien“ erhielt er 2025 den internationalen Preis Prêmio Brasil – Ibermúsicas.

  • Die brasilianische Projektleitung übernimmt die Ballettmeisterin Camilla Pupa von der Dance Company of Piracicaba.

Förderung und rechtlicher Rahmen

Der Förderbescheid basiert auf dem Brandenburgischen Kulturförderprogramm (Kulturförderungsgesetz Brandenburg 2023). Mit den bewilligten 5.000 Euro unterstützt das Land Brandenburg die internationalen Austausch‑ und Produktionskosten des Projekts. Die finanzielle Zuwendung ist Teil einer längerfristigen Strategie, kulturelle Kooperationen zwischen Brandenburg und Brasilien zu stärken.

Projektgeschichte und Auszeichnungen

Das übergeordnete interkulturelle Projekt „Brandenburg‑Brasilien“ existiert bereits seit 2011 und hat im Laufe der Jahre zahlreiche gemeinsame Konzerte, Workshops und Bildungsangebote hervorgebracht. 2025 wurde das Collegium musicum Potsdam für das Orchesterprojekt mit dem Prêmio Brasil – Ibermúsicas ausgezeichnet – ein Preis, der vom brasilianischen Kulturministerium (MINC) und der Fundação Nacional de Artes (Funarte) verliehen wird und die langjährige Zusammenarbeit zwischen den beiden Regionen würdigt.

Termine und Ausblick

Nach den vier Workshoptagen in Piracicaba, bei denen die beiden Tanzgruppen ihre Choreografien erarbeiten, finden die Abschlussaufführungen am 14. und 15. August 2026 statt. Die Veranstaltungsreihe soll nicht nur ein künstlerisches Highlight setzen, sondern auch nachhaltige Netzwerke zwischen jungen Künstler*innen aus Brandenburg und Brasilien schaffen. Die Minister betonten, dass solche Projekte langfristig zur kulturellen Vielfalt und zum internationalen Austausch beitragen – ein Ziel, das über die reine Aufführung hinausreicht.