Michael Kellner diskutiert mit Grünen über Solarpark Wust und Windkraft in Brandenburg an der Havel
Der Kreisverband der Grünen lädt am 22. Juli zu einem Energiegespräch mit Bundestagsabgeordneten Michael Kellner über Solarpark Wust und lokale Windkraftprojekte ein
Wie gelingt eine Energiewende, die nicht nur in der Theorie funktioniert, sondern auch im Alltag der Bürgerinnen und Bürger bezahlbar bleibt und zum Stadtbild passt? Diese zentrale Frage steht im Mittelpunkt eines öffentlichen Energiegesprächs, zu dem der Kreisverband der Bündnisgrünen in Brandenburg an der Havel am Mittwoch, 22. Juli, einlädt. Der Abend beginnt um 19 Uhr in der Ritterstraße 90, direkt an der Tramhaltestelle Ritterstraße/Museum.
Gast des Abends ist der Bundestagsabgeordnete Michael Kellner. Der 1977 in Gera geborene Politiker, der seit 2025 den Wahlkreis Uckermark/Barnim und Brandenburg im Bundestag vertritt, bringt als energiepolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion und Leiter der Arbeitsgruppe Wirtschaft und Energie erhebliche Expertise mit. Bis Ende der 20. Legislaturperiode amtierte er zudem als Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz unter Robert Habeck. Mit ihm diskutieren Anette Lang und Adam Arndt, beide Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung (SVV) in Brandenburg an der Havel.
Konkrete Vorhaben vor Ort
Die Diskussion wird sich nicht auf abstrakte Konzepte beschränken, sondern die direkten Auswirkungen der Energiewende in der Region beleuchten. Ein Schwerpunkt liegt auf den aktuellen Planungen für einen neuen Solarpark in Wust, der von der PV Estate GmbH in Zusammenarbeit mit den Ökohöfen entwickelt wird. Gleichzeitig planen die Stadtwerke Brandenburg an der Havel den Bau von Windkraftanlagen im Stadtgebiet, wobei aktuell sechs Anlagen im Vorrangwindgebiet Nord im Fokus stehen.
Ein weiterer zentraler Punkt ist die kommunale Wärmeplanung, die erst im Februar 2026 offiziell gestartet wurde. Erste Analysen zeigen, dass der jährliche Wärmebedarf der Stadt bei rund 1.103 Gigawattstunden liegt, wovon allein 484 Gigawattstunden auf die Industrie entfallen. Als vielversprechende Lösung wird die Nutzung von Abwärme aus der thermischen Abfallverwertung der EEW-Anlage in Premnitz für die städtische Wärmeversorgung diskutiert. Diese konkreten Zahlen und Projekte zeigen, dass Klima- und Energiepolitik reale Konsequenzen für das Stadtbild und die Lebensqualität hat.
Weg bis 2045
Ziel der Veranstaltung ist es, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern zu erörtern, wie Brandenburg an der Havel eine bezahlbare, verlässliche und klimafreundliche Wärme- und Energieversorgung bis zum Jahr 2045 erreichen kann. Die Veranstalter betonen, dass diese Ziele nicht allein in Berlin beschlossen werden, sondern eine aktive Beteiligung vor Ort erfordern.
Alle Einwohnerinnen und Einwohner sind unabhängig von ihrer politischen Überzeugung eingeladen, ihre Perspektiven einzubringen. Die Grünen ermutigen ausdrücklich dazu, Nachbarn, Freunde und Familie mitzubringen, da die Energiewende als Gemeinschaftsprojekt verstanden wird. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist zwar nicht zwingend erforderlich, aber unter der Adresse vorstand@gruene-brandenburg-havel.de erwünscht.