Magdeburger Raser: 156 km/h auf Tempo-60-Strecke
Beim Ordnungsamt am Magdeburger Ring wurde ein Fahrer auf einer Tempo-60-Strecke mit 156 km/h erwischt und insgesamt 201 Geschwindigkeitsverstöße registriert
Bei einer routinemäßigen Geschwindigkeitskontrolle des Ordnungsamtes der Stadt Magdeburg am vergangenen Samstag (18. Juli) kam es auf dem Magdeburger Ring zu einem spektakulären Extremfall. In einem Tempo-60-Abschnitt in Höhe der Anschlussstelle Kirschweg wurde ein Fahrzeug mit einer Geschwindigkeit von 156 km/h erfasst. Der Fahrer hatte damit die zulässige Höchstgeschwindigkeit um satte 96 km/h überschritten.
Das Ordnungsamt hatte die Verkehrsüberwachung im verkehrsreichen Stadtgebiet angeordnet, um die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzung zu überprüfen. Innerhalb von 4,5 Stunden wurden insgesamt 2.945 Fahrzeuge gemessen. Dabei registrierten die Beamten 201 Verstöße gegen die Tempovorgabe. Die Messergebnisse unterstreichen nach Ansicht der Behörde die Notwendigkeit regelmäßiger Kontrollen, insbesondere in Zonen, die dem Schutz von Anwohnern und Fußgängern dienen.
Konsequenzen für den Raser
Die rechtlichen Folgen für den Fahrer des schnellsten Fahrzeugs sind erheblich. Ihm drohen zunächst ein Bußgeld von 800 Euro, zwei Punkte in Flensburg sowie ein dreimonatiges Fahrverbot. Aufgrund der massiven Überschreitung prüft die Behörde zudem, ob ein vorsätzliches Handeln vorliegt. Nach der einschlägigen Rechtsprechung gilt eine Abweichung von fast 100 km/h innerorts als gewichtiges Indiz dafür. In einem solchen Fall kann das Bußgeld verdoppelt werden. Für viele Berufspendler stellt ein solches Fahrverbot eine massive Einschränkung im Alltag dar.
Weitere Verstöße im Überblick
Neben dem Extremfall gab es weitere gravierende Verstöße gegen die Geschwindigkeitsbegrenzung. Insgesamt zehn Fahrzeuge überschritten die erlaubten 60 km/h um mehr als 30 km/h. Besonders besorgniserregend war dabei der Fall eines Reisebusses, der mit 99 km/h gemessen wurde. Der Busfahrer, der Fahrgäste an Bord hatte, muss mit einem Bußgeld von 640 Euro, zwei Punkten in Flensburg und einem zweimonatigen Fahrverbot rechnen.
Die hohen Geschwindigkeiten in einem Bereich, der explizit als Tempo-60-Zone ausgewiesen ist, bergen ein erhebliches Sicherheitsrisiko. Der Magdeburger Ring zählt zu den verkehrsreichsten Straßen der Landeshauptstadt, weshalb hier regelmäßig Überwachungsmaßnahmen durchgeführt werden. Die Havelblatt-Redaktion wird weiterhin über Entwicklungen in diesem Bereich berichten.