Magdeburg saniert ab Juli denkmalgeschützte Stützmauer an der Anna-Ebert-Brücke ein Jahr lang

Ab dem 20. Juli beginnt in Magdeburg die einjährige denkmalgerechte Sanierung der historischen Stützmauer an der Anna-Ebert-Brücke, wobei die Turmschanzenstraße im betroffenen Bereich vollständig gesperrt wird

Magdeburg saniert ab Juli denkmalgeschützte Stützmauer an der Anna-Ebert-Brücke ein Jahr lang
Symbolfoto · Foto: Yuval Zukerman / Unsplash

Ab dem 20. Juli 2026 beginnt in Magdeburg eine umfassende Sanierungsmaßnahme, die ein wichtiges historisches Bauwerk am Strombrückenzug betrifft. Die denkmalgeschützte Stützmauer an der Turmschanzenstraße, direkt neben der Anna-Ebert-Brücke gelegen, wird für die Dauer von etwa einem Jahr denkmalgerecht instand gesetzt. Die rund 30 Meter lange Konstruktion weist erhebliche Schäden auf, die eine sofortige und vollständige Instandsetzung erforderlich machen.

Historische Bedeutung und Bauweise

Die zu sanierende Mauer ist kein gewöhnliches Bauwerk, sondern ein Zeugnis der Magdeburger Brückengeschichte. Sie besteht aus zwei unterschiedlichen Abschnitten, die jeweils eine eigene Historie aufweisen. Der südliche Teil, der etwa 20 Meter lang ist, diente ursprünglich als Widerlager der im Jahr 1666 wiedererrichteten „Langen Brücke“. Bereits 1882 wurde dieser Abschnitt zu einer Stützwand umgebaut, als die heutige Anna-Ebert-Brücke eingeweiht wurde. Dieser historische Teil muss vollständig erneuert werden und erhält auf der Wasserseite eine neue Tiefgründung aus Großbohrpfählen, um die Statik langfristig zu sichern.

Der nördliche Abschnitt der Mauer ist mit rund zehn Metern deutlich kürzer. Im Gegensatz zum südlichen Teil bleibt dieser Bereich größtenteils erhalten und wird lediglich in seiner Substanz gesichert. Diese Maßnahme folgt auf die im Jahr 2023 abgeschlossene statische Sicherung der Gewölbe und Unterbauten direkt an der Anna-Ebert-Brücke. Aktuell laufen bereits die ersten Vorbereitungen für die anschließende originalgetreue Rekonstruktion der Brückenoberseite, womit die Sanierung der Stützmauer ein entscheidender Zwischenschritt in der gesamten Aufwertung des Brückenzugs ist.

Verkehrssituation und Umleitungen

Mit dem Beginn der Bauarbeiten wird die Turmschanzenstraße im Bereich hinter der Stützwand am Platz an der Turmschanze für sämtliche Verkehrsarten voll gesperrt. Für Autofahrer ist die Straße in diesem Bereich ohnehin bereits eingeschränkt, da dort aktuell die Verlegung von Fernwärmeleitungen durch die SWM erfolgt und die Straße nur noch als Sackgasse befahrbar ist. Die Umleitung für den Kraftverkehr führt über die Straße Am Charlottentor.

Auch Fußgänger und Radfahrer sind von den Einschränkungen betroffen. Fußgänger werden während der gesamten Bauzeit am Platz an der Turmschanze vorbeigeführt, gelangen aber weiterhin sicher zur Anna-Ebert-Brücke. Der südliche Gehweg auf der Brücke selbst bleibt nutzbar. Radfahrer müssen aufgrund der beengten Platzverhältnisse im Baustellenbereich ihre Fahrräder schieben.

Schutz von Fledermäusen und Denkmalschutz

Ein besonderes Augenmerk liegt bei den Arbeiten auf dem Schutz von Tieren und Denkmälern. Kurz vor Baubeginn war die Stützwand bereits mit grünen Netzen gesichert worden. Diese dienten dem Schutz von Fledermäusen, die die Risse und Spalten in der beschädigten Mauer als Quartier nutzten. Die nun beginnende Sanierung erfolgt strikt denkmalgerecht, um die historische Substanz zu bewahren.

Die Anna-Ebert-Brücke selbst, nach der die Stützmauer benannt ist, wurde 1882 eingeweiht und 1951 nach der KPD-Politikerin Anna Ebert umbenannt. Ebert war eine bedeutende Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus und Überlebende eines Konzentrationslagers. Die Sanierung der Mauer sichert somit nicht nur die Verkehrssicherheit, sondern bewahrt auch ein wichtiges Element der städtebaulichen Geschichte Magdeburgs, das eng mit der Namensgeberin der Brücke verbunden ist.