LeseLounge am Altstädtischen Markt begeistert Besucher

Am Altstädtischen Markt verwandelte sich der Platz unter WBG-Sonnenschirmen in eine gemütliche Lese-Oase, die Besucher mit interaktivem Theater und Autorenlesungen begeisterte

LeseLounge am Altstädtischen Markt begeistert Besucher
Symbolfoto · Foto: Kamilla Isalieva / Unsplash

Am Altstädtischen Markt in Brandenburg an der Havel verwandelte sich der Platz am Freitagmittag in eine gemütliche Oase für Buchliebhaber. Unter den charakteristischen Sonnenschirmen der Wohnungsbaugesellschaft (WBG) luden Liegestühle und Bücherstände zum Verweilen ein. Parallel zur regulären Öffnung der Fouqué-Bibliothek startete die „LeseLounge“, ein zentrales Element des aktuellen Havelsommers 2026. Trotz eines kurzen Regenschauers, der die Besucher kurzzeitig in die Bibliothek trieb, kehrte bei den anschließenden Sonnenstrahlen eine entspannte Atmosphäre ein, die viele Menschen anzog.

Mitmach-Theater für Groß und Klein

Den Höhepunkt des Tages bildete das interaktive Lesetheater „Herr Wolke und das verschwundene Alphabet“. Das Duo, bestehend aus dem Autor Rolf Barth als „Herr Schreiberling“ und dem Illustrator Dirk Trageser als „Herr Färberich“, zog nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene in seinen Bann. Barth, der seit 1983 Mitmach-Theater betreibt und 2006 den Verlag Traumsalon edition gründete, nutzt seine Figur „Herr Wolke“ seit über einem Jahrzehnt, um in Schulen und auf Festen für Lesefreude zu werben. Trageser, ein erfahrener Grafikdesigner, unterstützt Barth seit Jahren bei der visuellen Umsetzung der Geschichten. Die beiden ließen das Publikum aktiv mitspielen, rätseln und sorgten für jede Menge Lacher. Viele Besucher verließen die Veranstaltung am Ende des Tages mit einem strahlenden Grinsen und der Lust auf weitere Bücher.

Literarische Tiefe und persönliche Einblicke

Neben dem spielerischen Angebot bot die LeseLounge auch anspruchsvolle literarische Gespräche. Eine Lesung und Diskussion zum Buch „Postwendekinder“ sorgte für reges Interesse. Die Herausgeberinnen Alma-Emilia Jahn, Marlene Mähler und Angelique Pershon präsentierten den Zuhörern ihre Arbeit, die sich mit der deutsch-deutschen Zukunft auseinandersetzt. Die Mischung aus wissenschaftlichem Hintergrund und persönlichen Erfahrungen machte den Abend besonders spannend und führte zu intensiven Nachgesprächen unter den Gästen.

Einen charmanten Abschluss der Leselounge sorgte Adrienne Friedlaender mit ihrem Buch „Halbzeit mit Aussicht“. Das 2026 erschienene Werk behandelt biografische Umbrüche im mittleren Lebensalter mit viel Humor und Selbstironie. Die Geschichten begeisterten das Publikum und rundeten einen vielseitigen Tag ab, der zeigte, wie Bibliotheken als kulturelle Treffpunkte fungieren können.

Ein festes Element im Havelsommer

Die Veranstaltung am 17. Juli 2026 ist Teil einer Reihe von Lesungen, die im Rahmen des Havelsommers bis Ende Juli andauern werden. Der Brandenburger Lesesommer, unterstützt vom Förderverein „Freunde der Fouqué-Bibliothek Brandenburg an der Havel e. V.“ und der Stadt Brandenburg an der Havel, hat sich in den letzten Jahren als wichtiger kultureller Bestandteil etabliert. Bereits im Vorjahr, 2025, konnte der Förderverein durch Spenden 285 neue Bücher für den Lesesommer anschaffen. Damals nahmen fast 300 Kinder teil und lasen über 1.100 Bücher – eine deutliche Steigerung gegenüber dem Jahr davor.

Die Fouqué-Bibliothek am Altstädtischen Markt 8 bietet ihre Veranstaltungen grundsätzlich kostenlos an, wobei Spenden für den Verein willkommen sind. Die wachsende Beteiligung und die Vielfalt der Formate – von animativem Theater bis hin zu tiefgründigen Autorengesprächen – unterstreichen die Bedeutung des Projekts für die Region. Der Erfolg des Tages am Freitag bestätigt, dass das Lesen im öffentlichen Raum eine lebendige und verbindende Kraft entfalten kann.