Lehnin: Wegscheider‑Orgel mit 28 Registern in St‑Marien‑Klosterkirche eingeweiht

Eine 28‑Register‑Orgel aus einer Silbermann‑Nachbildung erfüllt seit Juli die St‑Marien‑Klosterkirche Lehnins mit klarem, kraftvollem Klang

Symbolfoto · Foto: Chr Appelsved / Unsplash

Die neue Wegscheider‑Orgel mit 28 Registern und 1 648 Pfeifen erstrahlt seit Anfang Juli in der St‑Marien‑Klosterkirche Lehnin. Sie wurde im Rahmen der 51. Lehniner Sommermusiken feierlich eingeweiht und lässt die historische Kirche nun mit klaren, kraftvollen Tönen erklingen.

Hintergrund der Orgel

Die Orgel stammt aus dem Jahr 2003 und wurde von dem renommierten Orgelbauer Kristian Wegscheider für die Erzengel‑Michael‑Kirche in Köln‑Michaelshoven gebaut. Sie ist eine detailgetreue Nachbildung einer Gottfried‑Silbermann‑Orgel, was sich in der präzisen Register‑ und Klanggestaltung widerspiegelt. Aufgrund von klimatischen Schäden und der Pfarrfusion im Jahr 2025 wurde das Instrument demontiert, dokumentiert und nach Lehnin transportiert. Dort wurde es innerhalb von drei Monaten wieder aufgebaut und stimmt nun wieder in voller Pracht.

Finanzierung

Das Gesamtprojekt kostete rund 400 000 Euro. Davon stellten 90 000 Euro Fördermittel des Landes Brandenburg bereit, während 5 000 Euro von Pfarrer Matthias Blume, Theologischer Vorstand des Evangelischen Diakonissenhauses Berlin‑Teltow‑Lehnin, zusätzlich beigetragen wurden. Der verbleibende Betrag wird weiterhin durch Spenden aus der Region gedeckt.

Beteiligte

Der Umzug und die Inbetriebnahme der Orgel wurden maßgeblich von Gerhard Oppelt, Gemeinde‑ und Kreiskantor in Lehnin seit 2016 und künstlerischer Leiter der Lehniner Sommermusiken, sowie von Pfarrerin Almuth Wisch, die seit 2015 in Lehnin wirkt, organisiert. In ihrem gemeinsamen Einsatz konnten sie das Projekt trotz finanzieller Risiken realisieren. Bei der Einweihung spielte Pfarrer Matthias Blume eine zentrale Rolle und überreichte eine weitere Spende von 5 000 Euro.

Historie der Klosterkirche

Die St‑Marien‑Klosterkirche wurde im Jahr 1180 als Zisterzienserkloster gegründet. Nach Jahrhunderten des Niedergangs wurde das Bauwerk 1877 wiederaufgebaut und bildet seitdem das geistliche und kulturelle Zentrum der Gemeinde Lehnin. Die neue Orgel fügt sich nun in diese lange Tradition ein und erweitert das musikalische Angebot der Kirche.

Die Einweihung am 3. Juli 2026 war ein Höhepunkt der Sommermusiken, bei dem die Orgel bereits im Rahmen von Konzerten und Chorprojekten zum Einsatz kam. Mit ihrem reichen Klangspektrum wird sie künftig nicht nur Gottesdienste, sondern auch interreligiöse Veranstaltungen und Orgelkonzerte bereichern und so das kulturelle Leben in Lehnin nachhaltig stärken.