Kate-Bush-Fans tanzen in Rot im Berliner Görlitzer Park zum globalen Flashmob
Dutzende Fans tanzten in roten Kleidern im Berliner Görlitzer Park synchron zu Kate Bushs Klassiker „Wuthering Heights" als Teil einer globalen Tradition
Ganz in Rot haben sich am vergangenen Wochenende dutzende Frauen und Männer im Berliner Görlitzer Park versammelt, um einen musikalischen Klassiker zu zelebrieren. In langen, wallenden Kleidern tanzten die Teilnehmer synchron zu dem Song „Wuthering Heights“ von Kate Bush. Die Aktion war Teil des globalen „Most Wuthering Heights Day Ever“, einer jährlichen Tradition, bei der Fans weltweit den ausdrucksstarken Tanz aus dem legendären Musikvideo von 1978 nachstellen.
Eine globale Tradition in Rot
Der Flashmob im Görlitzer Park reiht sich in eine internationale Bewegung ein, die von Australien bis England reicht. Die Teilnehmer ahmen dabei nicht nur die Choreografie nach, sondern übernehmen auch das ikonische rote Kleid, in dem Bush im Originalvideo auf der Salisbury Plain zu sehen ist. Der Tanzstil ist dabei stark von der pantomimischen Ausbildung der Künstlerin geprägt, die sie bei dem berühmten Lehrer Lindsay Kemp erlernte – derselbe Mentor, der auch David Bowie beeinflusste.
Von Potsdam nach Berlin
Die Veranstaltung in Berlin war nicht die erste ihrer Art in der Region. Bereits Anfang Juli, genauer am 4. Juli 2026, tanzten Fans im Potsdamer Schlosspark Lindstedt. Auch dort trugen die Teilnehmer rote Kleider und taten sich für einen guten Zweck zusammen: Die Einnahmen der Potsdamer Benefizveranstaltung kamen der Opferhilfe des Landes Brandenburg e.V. zugute. Diese Aktion wurde zudem von zwei brandenburgischen Ministerien gefördert, was die gesellschaftliche Relevanz des Events unterstreicht.
Der literarische und historische Hintergrund
Der Song „Wuthering Heights“, der auf Deutsch etwa „Stürmische Höhen“ bedeutet, ist mehr als nur ein Hit aus den 70er Jahren. Er bezieht sich direkt auf den gleichnamigen Geisterroman von Emily Brontë. Interessanterweise teilen sich Kate Bush und die Autorin Brontë denselben Geburtstag, den 30. Juli. Bush schrieb das Lied angeblich innerhalb weniger Stunden, nachdem sie eine Fernsehfassung des Romans gesehen hatte.
Historisch markiert der Titel einen Meilenstein: Mit „Wuthering Heights“ erreichte Kate Bush 1978 als erste Frau in der britischen Musikgeschichte die Nummer-eins-Position mit einem Lied, das sie komplett selbst geschrieben hatte. Auch in der DDR fand der Song Beachtung; 1984 erschien eine exklusive Kate-Bush-Platte auf dem Label Amiga, die den Titel ebenfalls enthielt. Damit hat der Song eine besondere kulturelle Durchdringung über den Eisernen Vorhang hinweg erfahren.
Ein Fest der Fans
Die Begeisterung der Teilnehmer im Görlitzer Park zeigte, dass die Faszination für Bushs Werk und ihre einzigartige Performance-Kunst auch nach fast fünf Jahrzehnten ungebrochen ist. Während die Sonne im Berliner Sommer über den Park schien, feierten die Fans gemeinsam den Ausdruckstanz und die Verbindung von Literatur und Popkultur. Der „Most Wuthering Heights Day Ever“ beweist einmal mehr, dass Musik und Tanz eine universelle Sprache sind, die Menschen unabhängig von Ort und Zeit verbinden.