Jugendliche entscheiden über 100 000 Euro Zukunftshaushalt – Einreichungen bis 10. Juli
Bis zum 10. Juli können Jugendliche in Werder Projektvorschläge für den 100 000‑Euro‑Zukunftshaushalt einreichen, über die später das junge Wahlgremium entscheidet
Der Zukunftshaushalt der Stadt Werder (Havel) befindet sich 2026 in seiner vierten Runde. Mit einem Gesamtbudget von 100 000 Euro können einzelne Vorhaben bis zu 15 000 Euro Förderung erhalten. Bürgerinnen und Bürger haben bis zum 10. Juli die Möglichkeit, Projektideen einzureichen; die genaue Zahl der eingegangenen Vorschläge wird von der Stadtverwaltung noch ermittelt.
Beteiligungsprozess
Der Zukunftshaushalt ist eine besondere Form des Bürgerhaushalts, die 2020 durch einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung eingeführt wurde. Ziel ist es, junge Menschen stärker in die kommunale Finanzplanung einzubeziehen. Das Kompetenzzentrum Kinder‑ und Jugendbeteiligung Brandenburg (KiJuBB) unterstützt die methodische Umsetzung.
Der Ablauf gliedert sich in vier Phasen: Zunächst sammeln Schulen und Jugendclubs Ideen aus der Bevölkerung. Anschließend prüft die Stadtverwaltung die Machbarkeit und Förderfähigkeit der Vorschläge – gefördert werden Projekte, die dem Allgemeinwohl dienen, auf öffentlichem Grund stattfinden und von der Stadt oder einem gemeinnützigen Verein umsetzbar sind. In der nächsten Phase wird ein zufällig geloster „Zukunftsrat“ aus 100 Jugendlichen gebildet, die die förderfähigen Ideen bewerten und eine Auswahlliste erstellen. Die endgültige Entscheidung trifft ein Wahlgremium, das aus Schülerinnen und Schülern ab der vierten Klasse besteht und in den jeweiligen Schulen abstimmt. In den beiden vorherigen Durchgängen haben bis zu 1 800 Jugendliche ihre Stimme abgegeben.
Umgesetzte Projekte und Ausblick
Aus den früheren Runden des Zukunftshaushalts sind bereits zahlreiche Initiativen realisiert worden, darunter eine Calisthenics‑Anlage, eine Graffiti‑Wand, ein Stadtflohmarkt, ein Suchtaufklärungsprojekt an Schulen sowie die Erneuerung von Bolzplätzen in den Havelauen und auf der Insel. Diese Vorhaben haben den öffentlichen Raum aufgewertet und zeigen, wie die Stimmen der jungen Bürgerinnen und Bürger konkrete Verbesserungen bewirken können.
Werder ist nicht allein mit diesem Konzept: Auch in anderen Städten Brandenburgs gibt es Initiativen, die junge Menschen in kommunale Entscheidungsprozesse einbinden, wobei konkrete Beispiele und Zahlen noch zu prüfen sind.