Havelsommer in Brandenburg endet mit Feuerwerk in Plaue
Der Havelsommer in Brandenburg an der Havel geht ins letzte Juli-Wochenende mit dem traditionsreichen Plauer Fischerjakobi und einem großen Höhenfeuerwerk. Kulturelle Höhepunkte reichen von einem Wandelkonzert im Dom bis zu Open-Air-Kinoabenden in der Altstadt
Der „Havelsommer“ in Brandenburg an der Havel geht ins letzte Juli-Wochenende. Das Programm bietet ein breites Spektrum an kulturellen und traditionellen Höhepunkten, angefangen beim großen Volksfest in Plaue bis hin zu intimen Konzerten in den historischen Kirchen der Altstadt. Wer die letzten Tage des Monats nutzen möchte, um die Stadt zu erkunden, findet unter anderem ein Höhenfeuerwerk, ein Wanderkonzert im Dom und zwei Open-Air-Kinoabende auf dem Plan.
Tradition und Feuerwerk in Plaue
Im Fokus des Wochenendes steht das traditionsreiche Plauer Fischerjakobi, das vom Freitag, dem 24. Juli, bis Sonntag, den 26. Juli, am Bornufer, vor der Plauer Kirche und an der Havel stattfindet. Diese eine der ältesten Brauchtumsveranstaltungen der Region ist nach dem Schutzpatron der Fischer, Jakobus dem Älteren, benannt. Nach einer mehrjährigen Unterbrechung wurde das Fest 1997 vom Fischerjakobi e.V. wiederbelebt, um die fast verlorene Tradition nach der Wende neu zu beleben.
Das Fest wird gemeinsam mit den Plauer Fischerfamilien, Vereinen, Kirchengemeinden und zahlreichen Unterstützern ausgerichtet. Ein pyrotechnischer Höhepunkt ist das Höhenfeuerwerk „Der Drache bringt das Feuer“, das am Samstagabend gegen 22 Uhr entzündet wird. Am Jakobi-Sonntag ziehen die Plauer Fischer ab 14 Uhr in einer großen Prozession durch den Ort. Die Segnung übernimmt dabei Pfarrer Christian Brochwitz, der als zentrale Figur für diesen Brauch in Plaue gilt. Der Eintritt zum Fest ist frei.
Musikalische Erlebnisse im Dom und in der Kirche
Auch musikalisch bietet der Havelsommer viel Abwechslung. Am Sonntag, dem 26. Juli, lädt das „Sommermusik am Dom“-Wandelkonzert im Brandenburger Dom von 17 bis 19 Uhr ein. Der Abend führt die Besucher durch verschiedene Orte des Doms. Zu hören sein werden preisgekrönte Werke junger Komponisten, gespielt vom renommierten Saxophonquartett Adumá aus Berlin. Das Ensemble, das regelmäßig im Landtag Brandenburg und bei Wettbewerben wie „Jugend komponiert“ auftritt, wird vom Goldmund-Vokalensemble unterstützt, das sich auf historische Vokalmusik spezialisiert hat und bereits in Museen wie dem Kurt-Mühlenhaupt-Museum gastierte. Karten für das Konzert kosten 20 Euro, ermäßigt 15 Euro.
Ein weiteres musikalisches Highlight findet am Donnerstag, dem 23. Juli, in der St. Johanniskirche statt. Von 20 bis 23 Uhr lädt das event-theater e.V. zu einem Rudelsingen ein. Auf dem Programm stehen bekannte Lieder aus Pop, Rock, Schlager und Evergreens, die live begleitet werden. Es geht dabei nicht um Perfektion, sondern um das gemeinsame Erlebnis; Texte werden gut lesbar an die Wand geworfen. Die Tickets kosten 19,70 Euro.
Darüber hinaus gibt es täglich kurze musikalische Einheiten für die Mittagspause. In der St. Katharinenkirche finden täglich von 12 bis 12.30 Uhr Mittagsmusiken mit kurzen Orgelkonzerten statt. Ebenfalls kostenfrei können Besucher in der Domkirche die „Mittagskänge“ genießen, die von Montags bis Freitags von 13.30 bis 13.50 Uhr und am Wochenende bis 14 Uhr stattfinden.
Kino, Tanz und Ausstellungen
Kulturell weiter geht es am Freitag, dem 24. Juli, mit der Vernissage der Ausstellung „Wechselwirkung“ in der Kunsthalle Brennabor in der Geschwister-Scholl-Straße 12. Beginn ist um 18 Uhr. Gezeigt werden Arbeiten der Künstlerfamilie Panzner (Christa, Peter und Conrad) in den Bereichen Malerei, Grafik sowie Druckserien in Collagedruck, Kaltnadel und Aquatinta. Die Kunsthalle, gelegen in ehemaligen Industriehallen der Brennabor-Werke, verbindet somit Industriegeschichte mit zeitgenössischer Kunst. Die Ausstellung ist danach freitags, samstags und sonntags von 13 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.
Am selben Tag findet im Kulturpavillon am Nicolaiplatz von 16.30 bis 17.30 Uhr die Finissage „Vom Bild zum Wort“ statt. Mit einer offenen Schreibgruppe endet das Projekt „Bilder in Worten“, eine Kooperation von Volkshochschule, Fouqué-Bibliothek, Stadtmuseum und Atelier im alten Buchladen. Auch hier ist der Eintritt frei.
Für Kinofans gibt es zwei Open-Air-Veranstaltungen in der St. Johanniskirche am Johanniskirchplatz. Am Freitag, dem 24. Juli, zeigt das event-theater e.V. das deutsche Drama „Miroirs No. 3“ von 20 bis 22.30 Uhr. Am Samstag, dem 25. Juli, steht das spanische Drama „Romería – Das Tagebuch meiner Mutter“ auf dem Programm. Der Eintritt für beide Vorführungen beträgt 9 Euro.
Am Samstag, dem 25. Juli, verwandelt sich das Salzhofufer in eine Tanzfläche. Von 17 bis 23.59 Uhr wird getanzt: Zwischen 17 und 19 Uhr werden Mambo und Cha Cha Cha gezeigt, von 19 bis 20 Uhr spielt Byron Carrasco live. Ab 20 Uhr folgen Salsa und Bachata mit den aus Peru stammenden Zwillingen Flori und Wilber Gasco. Der Eintritt zu diesem Event ist ebenfalls frei.
Leseförderung in den Ferien
Auch für junge Besucher hat der Havelsommer einiges zu bieten. Im Rahmen des Brandenburger Lesesommers in der Fouqué-Bibliothek (Altstädtischer Markt 8) können sich Kinder und Jugendliche während der Sommerferien im Leseclub anmelden. Die Teilnehmer erhalten ein Leselogbuch und Zugang zu speziellen Büchern, die nur für Clubmitglieder verfügbar sind. Wer mindestens drei Bücher gelesen hat, erhält eine Urkunde; bei der Abschlussveranstaltung können sogar Preise gewonnen werden. Zusätzlich ist eine Begegnung mit Kinderbuchautoren angekündigt.
Der Veranstalter hinter vielen dieser Events ist der event-theater e.V. aus der Ritterstraße 69, der als wichtiger Akteur für kulturelle Veranstaltungen in Brandenburg an der Havel gilt. Das Programm des Havelsommers zeigt eindrucksvoll, wie sich Tradition, moderne Kunst und gemeinschaftliche Erlebnisse in der Stadt verbinden lassen.