770 Sänger feiern Chorfestival in der Schiffbauergasse

Am 20. September 2026 vereinen 33 Chöre mit rund 770 Sängern die Potsdamer Schiffbauergasse beim zweiten Chorfestival, das der neu gegründete Verein Chornetzwerk Potsdam unter der Schirmherrschaft von Ministerin Manja Schüle organisiert

770 Sänger feiern Chorfestival in der Schiffbauergasse
Symbolfoto · Foto: Green Liu / Unsplash

Am 20. September 2026 verwandelt sich die Potsdamer Schiffbauergasse in ein großes Sängerfeld. Beim zweiten Chorfestival treten 33 Chöre aus der Landeshauptstadt auf, die gemeinsam rund 770 Sänger auf die Bühne bringen. Das ist ein deutliches Wachstum gegenüber der Premiere im Vorjahr, als noch etwa 620 Teilnehmer anreisten. Organisiert wird das Event vom neu gegründeten Verein Chornetzwerk Potsdam, der sich derzeit in der Eintragung ins Vereinsregister befindet.

Vielfältiges Programm und Workshops

Den Gästen wird ein buntes Programm geboten, das weit über reine Auftritte hinausgeht. Neben den Darbietungen gibt es SingMitBühnen sowie Workshops zu Themen wie Stimmbildung, Blattsingen, Body Percussion und Circle Singing. Ein besonderes Highlight ist ein Workshop, der sich mit Chormusik im Zeichen von Demokratie und Gerechtigkeit auseinandersetzt. Dieses Thema knüpft an den politischen Fokus der Schirmherrin an und unterstreicht den Anspruch des Festivals, Musik als Mittel des gesellschaftlichen Zusammenhalts zu nutzen.

Die Chöre treten an drei verschiedenen Locations auf: im Hans Otto Theater, in der Reithalle und auf der Seebühne. Der Tag beginnt um 10.30 Uhr auf der Bühne des Hans Otto Theaters. Zu den absoluten Höhepunkten gehören zwei gemeinsame Auftritte, die gegen 14 Uhr und zum Abschluss um 19 Uhr stattfinden. Dabei werden etwa 350 Sänger auf den Stufen hinter dem Theater ein zuvor gemeinsam einstudiertes Lied vortragen.

Ein Verein im Aufbruch

Hinter dem Festival steht der Verein Chornetzwerk Potsdam, der seine Gründungsversammlung bereits am 22. April 2026 abhielt. Ziel der Gründung war es, die in der Stadt oft fragmentierte Chorlandschaft zu bündeln und Synergien zu schaffen. Die Satzung sieht für Einzelpersonen einen Beitrag von 15 Euro pro Halbjahr vor, um die Arbeit des Netzwerks zu finanzieren.

Als treibende Kraft fungiert Hans-Joachim Lustig, der mehrere Potsdamer Chöre leitet und als Gründer des international bekannten Kammerchores i vocalisti gilt. Zudem ist er als Beisitzer im Brandenburgischen Chorverband aktiv. Er zeigt sich begeistert von der Resonanz: „Es ist wunderbar, dass unser Chorfestival von Anbeginn so toll angenommen wird. Potsdam hat eine engagierte und breite Chorlandschaft. Von kleinen Kindern bis zu Seniorinnen und Senioren. Ob Anfänger oder Halbprofi: Alle verbindet das Zusammensein, der Austausch, die Freude an Musik.“

Gemeinsinn in schwierigen Zeiten

Für Lustig ist die Veranstaltung gerade jetzt von großer Bedeutung: „Gerade in diesen schwierigen Zeiten, in denen die Gesellschaft durch so vieles gespalten erscheint, ist dieser Gemeinsinn enorm wichtig. Chöre können zusammenführen. Und das ist ganz wunderbar.“

Auch die Organisation läuft auf Hochtouren. Constanze Jungnickel, 1. Vorstandsvorsitzende des Vereins, erklärt: „Jeder Chor hat bereits seinen 20-minütigen Slot. Nun geht es an die Helferplanung. Wie im letzten Jahr werden mehr als 70 helfende Hände aus den Chören ehrenamtlich in den verschiedensten Bereichen (z.B. Backoffice, Ordnungsdienste, Clean Up, Technik) unterstützen. Das erfordert eine Menge an Koordination und Organisation.“

Förderung und Schirmherrschaft

Das Festival wird von der Landeshauptstadt Potsdam mit 7.000 Euro und vom Brandenburgischen Chorverband mit 2.500 Euro gefördert. Weitere Unterstützer sind „Kultur macht Potsdam“ und „Phinifilms“. Schirmherrin der Veranstaltung ist die brandenburgische Kulturministerin Manja Schüle. Sie vertritt als einzige SPD-Abgeordnete in Ostdeutschland den Wahlkreis Potsdam I direkt im Landtag und setzt sich stark für politische Bildung und den gesellschaftlichen Zusammenhalt ein.

Der Eintritt zum Festival ist frei bzw. auf Spendenbasis möglich. So soll sichergestellt werden, dass die Musik für alle zugänglich bleibt. Für alle, die einen ersten Eindruck vom Format gewinnen möchten, gibt es bereits ein Video vom 1. Potsdamer Chorfestival, das die Stimmung der Premiere einfängt.