Handwerker zeigen Glasperlen und Wendeschuhe auf der Archäotechnica im Paulikloster

Am 1. und 2. August zeigt die Archäotechnica im Paulikloster historische Handwerkstechniken von Glasperlen bis zu Wendeschuhen, wobei Besucher live dabei zusehen können, wie Sylvia Hildebrandt und Ralf Hildebrandt-Dietz ihre Repliken fertigen

Handwerker zeigen Glasperlen und Wendeschuhe auf der Archäotechnica im Paulikloster
Symbolfoto · Foto: Margo Evardson / Unsplash

Modische Reise durch die Epochen

Das Archäologische Landesmuseum Brandenburg öffnet am 1. und 2. August 2026 seine Pforten für die diesjährige Archäotechnica. Unter dem Motto „Fasern, Kleider, Schmückendes“ lädt die Veranstaltung zu einer modischen Reise durch die Geschichte ein, die von der Steinzeit bis in die frühe Neuzeit reicht. Im Zentrum stehen nicht nur ausgestellte Funde, sondern lebendige Handwerksvorführungen, bei denen Besucherinnen und Besucher die Techniken vergangener Zeiten hautnah erleben können.

Glasperlen als Statussymbol

Eine der Hauptakteurinnen ist Sylvia Hildebrandt aus Hagedisenhain, die sich der kunstvollen Herstellung von Glasperlen verschrieben hat. Die Herstellung von Glas hat eine Tradition, die bis ins Alte Ägypten zurückreicht, und diente früh der Fertigung schmückender Objekte. Perlenketten waren in vielen Kulturen ein fester Bestandteil der Tracht und dienten nicht nur als Dekoration, sondern auch als Handelsware und Statussymbol. Hildebrandt, eine anerkannte Meisterin ihres Faches, wird bei der Archäotechnica ihr Handwerk vorführen und sich dabei gern über die Schulter schauen lassen. Sie präsentiert zudem eine umfangreiche Sammlung von Repliken, die große, kleine und kunterbunte Perlen aus mehreren Jahrhunderten zeigen.

Wendeschuhe aus dem frühen Mittelalter

Für das passende Schuhwerk sorgt Ralf Hildebrandt-Dietz. Als spezialisierter Wendeschuhmacher erläutert er vor Ort die traditionelle Technik des „Wendens“. Dabei werden die Schuhe zunächst von innen genäht und anschließend gewendet, was im frühen Mittelalter eine robuste und wasserdichte Bauweise ermöglichte. Mitbringen wird er eine Kollektion von Schuhmodellen, wie sie zwischen dem 7. und dem 11. Jahrhundert getragen wurden. Diese Vorführungen sind Teil eines „Hands-on“-Konzepts, bei dem Besucher die Handwerker direkt bei der Arbeit beobachten und selbst aktiv werden können, anstatt nur hinter Vitrinen zu stehen.

Das Paulikloster als historische Kulisse

Die Veranstaltung findet auf dem Gelände des Pauliklosters statt, einem ehemaligen Dominikanerkloster, das 1286 gegründet wurde. Nach der Reformation diente die Anlage als Armenhaus und Hospital, wurde 1945 zerstört und erst nach einer umfassenden Sanierung im September 2008 als Archäologisches Landesmuseum wiedereröffnet. Das Museum beherbergt heute etwa 10.000 archäologische Funde, die eine Zeitspanne von 130.000 Jahren Geschichte abdecken. Die Architektur des Klosters selbst bildet dabei eine eindrucksvolle Kulisse für die historischen Darbietungen.

Programm und Eintritt

Neben Sylvia Hildebrandt und Ralf Hildebrandt-Dietz treten weitere Akteure auf, darunter Frank Georgi mit Vorführungen zur Völkerwanderungszeit sowie Pauline und Tim, die mittelalterliche Bild- und Kleiderwelten präsentieren. Auch eine Modenschau auf dem Pauliklostergelände ist geplant, bei der Outfits aus über zehn historischen Epochen gezeigt werden.

Die Archäotechnica 2026 ist am 1. und 2. August jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 5 Euro, ermäßigt 3,50 Euro. Kinder unter 10 Jahren haben freien Eintritt, Familien zahlen 10 Euro. Die Veranstaltung findet im Archäologischen Landesmuseum Brandenburg, Neustädtische Heidestraße 28, 14776 Brandenburg an der Havel, statt.