Gewandete Figuren feiern mit Fritze und Agnes Bollmann ihren Hochzeitstag in der Altstadt
Fritze und Agnes Bollmann feiern ihren Hochzeitstag mit einem historischen Stadtrundgang durch die Brandenburger Altstadt, der am Neustädtischen Markt beginnt und in einer Kneipe endet
„Mein Name ist Johann Friedrich Andreas Bollmann, verflixt noch mal.“ Mit diesem markanten Satz stellt sich Fritze Bollmann vor, der gemeinsam mit seiner Frau Agnes am Freitag, 24. Juli, durch die Brandenburger Altstadt zieht. Ab 17 Uhr wollen die beiden im Rahmen eines besonderen Stadtrundgangs ihren Hochzeitstag feiern. Treffpunkt ist dabei das bekannte Stadtrelief auf dem Neustädtischen Markt.
Zum Ehrentag hat Fritze seiner Agnes ein neues blaues Kleid mit blauen Knöpfen und einer roten Blume am Hut gekauft. Ob es ihr gefällt? Der Bummel startet jedenfalls mit einem Ehestreit und führt über Anekdoten, Geschichten und Szenen einer Ehe, ehe er, wen wundert’s, in einer Kneipe endet. Rund zwei Stunden dauert das Ganze, dazu kommt eine kleine Überraschung.
Von der tragischen Figur zur Theaterperformance
Die Veranstaltung der „Gewandeten Figuren“ greift die Geschichte des berühmten Brandenburger Originals auf, dessen Leben in der Realität von Armut und Spott geprägt war. Der historische Fritze Bollmann (1852–1901) war ein Barbier in Brandenburg an der Havel, der durch ein Spottlied über seinen Anglerunfall auf dem Beetzsee zur überregional bekannten Volkssage wurde. Während er in der Geschichte verarmt an Zungenkrebs im Städtischen Krankenhaus starb und sein Grab auf dem Altstädter Friedhof liegt, verwandeln die Darsteller die tragische Figur in eine unterhaltsame Theaterperformance.
Die Popularität der Figur reicht weit über die Stadtgrenzen hinaus. Sie wurde bereits 1943 im Film „Fritze Bollmann wollte angeln“ und später 1990 in der DDR-Fernsehserie „Fritze Bollmann will nicht angeln“ verewigt. Ein Brunnen in der Brandenburger Hauptstraße erinnert heute noch an die Figur und trägt die Strophen des bekannten Spottlieds.
Ein Festjahr steht bevor
Der aktuelle Rundgang nimmt zudem Vorweg, was die Stadt Brandenburg an der Havel im kommenden Jahr plant. Im Jahr 2027 feiert die Stadt das Jubiläum „175 Jahre Fritze Bollmann“ mit einem besonderen Festjahr. Die Veranstaltung dient somit nicht nur der Unterhaltung, sondern auch der lebendigen Auseinandersetzung mit der lokalen Kulturhistorie.
Die Teilnahme kostet 15 Euro pro Person, Kinder unter 14 Jahren sind frei. Eine Anmeldung ist erwünscht unter 0162 6314143, per E-Mail an gewandetefiguren@gmx.de oder direkt vor Ort.