Gesundheitsamt prüft Legionellen in Tegel Seniorenheim

Nach Legionellenbefall in einem Seniorenheim in Berlin-Tegel entnimmt das Gesundheitsamt Wasserproben, während zwei Bewohner verstarben und der Zusammenhang noch unklar ist

Gesundheitsamt prüft Legionellen in Tegel Seniorenheim
Symbolfoto · Foto: Patrick Pahlke / Unsplash

Nach einem Verdacht auf Legionellen im Trinkwasser eines Seniorenwohnhauses in Berlin-Tegel hat das zuständige Gesundheitsamt am Donnerstag Wasserproben entnommen. Im Haus in der Veitstraße 6/6a waren in der vergangenen Woche fünf Bewohner ins Krankenhaus eingewiesen worden, zwei von ihnen verstarben. Ein direkter Zusammenhang zwischen den Todesfällen und einer Legionellen-Infektion steht jedoch noch aus.

Die landeseigene Wohnungsgesellschaft Berlinovo, die als Eigentümerin der Immobilie fungiert, bestätigte, dass die Proben aus den Leitungen in den kommenden Tagen analysiert werden. „Die Wohnungsgesellschaft wird vom Gesundheitsamt informiert. Wenn die Wasserproben frei von Legionellen sind, kann Entwarnung gegeben werden“, teilte ein Sprecher mit. Bislang ist medizinisch nicht geklärt, ob die beiden Todesfälle auf die Infektion zurückzuführen sind oder auf Vorerkrankungen der Senioren.

Maßnahmen vor Ort und Versorgung der Bewohner

Der Befall wurde am 8. Juli bekannt. Seitdem wurden alle 93 Mieter des Hauses informiert. Als Sofortmaßnahme wurde das Duschen zunächst untersagt. In den Duschen und an den Wasserhähnen wurden tagelang spezielle Filter eingebaut, während die gesamten Leitungsanlagen desinfiziert wurden. Das Gesundheitsamt des Bezirks Reinickendorf verbot zudem die Nutzung von Wasserleitungen ohne diese Filter. Um die Bewohner zu versorgen, stellten die Betreiber, die Johanniter, Trinkwasser in Flaschen bereit.

Was sind Legionellen und warum sind sie gefährlich?

Legionellen sind Bakterien, die sich in warmem Wasser vermehren können. Sie werden durch zerstäubtes Wasser in die Luft und von dort in die Lunge übertragen. Dies kann beim Duschen, durch Luftbefeuchter oder über offene Wasserhähne geschehen. Bei gesunden Menschen lösen die Erreger oft nur grippeähnliche Beschwerden aus. Für Risikogruppen, zu denen besonders alte Menschen sowie Personen mit geschwächtem Immunsystem oder Herz- und Lungenleiden gehören, können sie jedoch schwere Lungenentzündungen verursachen.

Rechtlicher Rahmen und weitere Schritte

Die Untersuchung der Wasserproben erfolgt im Rahmen der Trinkwasserverordnung, die für Betreiber von Großanlagen zur Trinkwassererwärmung regelmäßige Untersuchungen auf Legionellen vorschreibt. Die Grenzwerte werden vom Robert Koch-Institut und dem Umweltbundesamt festgelegt. Das Gesundheitsamt hat die Befugnis, bei Verdacht weitere Maßnahmen anzuordnen, um eine Ausbreitung der Bakterien zu verhindern.

Die Johanniter betreiben in Berlin mehrere solcher „Service-Wohnen“-Einrichtungen. Das aktuelle Vorgehen in Tegel folgt nun dem Standardprotokoll bei einem solchen Verdacht: Erst die Analyse der Proben wird entscheidend darüber sein, ob die bisherigen Einschränkungen für die Bewohner aufrechterhalten werden müssen oder ob die Wasserversorgung wieder uneingeschränkt genutzt werden darf.