Gefährlicher Engpass auf Berliner Straße in Neuschmerzke bedroht Radfahrer
Auf der Berliner Straße in Neuschmerzke schränkt ein überzähliger Einfahrtsdschungel den radfahrer‑freundlichen Gehweg auf bis zu 40 cm ein und macht das Miteinander mit Fußgängern gefährlich
Die Berliner Straße in Neuschmerzke ist kein Nebenweg, sondern ein wichtiger Anschluss zum rund 376 km langen Havelradweg. Vor allem in den Sommermonaten nutzen zahlreiche Radfahrer die Strecke, um zum Radweg zu gelangen. Gleichzeitig verengen mehrere Einfahrten von Anliegerhäusern den Gehweg, sodass er an manchen Stellen nur noch etwa 40 cm breit ist – weit zu wenig für ein sicheres Miteinander von Fuß‑ und Radverkehr.
Situation vor Ort
„Der Bürgersteig ist gesät von Einfahrten, uneben und teilweise nur 60 cm breit. Ein Begegnungsverkehr ist faktisch ausgeschlossen.“ – Heike Hase, Anwohnerin
Der Gehweg ist mit dem Zusatzzeichen 1022‑10 „Radfahrer frei“ gekennzeichnet. Nach § 25 StVO dürfen Radfahrer dort nur mit Schrittgeschwindigkeit fahren und müssen Rücksicht auf Fußgänger nehmen. Verstöße können mit einem Bußgeld von 25 € geahndet werden. Trotz dieser Regelung drängen sich Autofahrer immer wieder über den Gehweg, um ihre Einfahrt zu erreichen, und setzen Radfahrer damit zusätzlichen Gefahren aus.
Verkehrszahlen und Vergleich
Verkehrszählungen auf dem benachbarten Wirtschaftsweg zeigen ein tägliches Verkehrsaufkommen von über 800 Fahrzeugen. Seit April 2026 wird der Wirtschaftsweg teilweise verkehrsberuhigt und auf Fuß‑, Rad‑ und landwirtschaftlichen Verkehr beschränkt. In der nahegelegenen Ortsteil Hohenstücken wurde im März 2026 bereits eine 30‑km/h‑Zone (z. B. Wiener Straße) eingerichtet – ein Modell, das als Vorlage für Neuschmerzke dienen könnte.
Die Anwohnerinnen und Anwohner fordern klare Maßnahmen: Markierungen, die deutlich machen, dass Radfahrer die Fahrbahn nutzen dürfen, sowie eine mögliche Einführung einer Tempo‑30‑Zone. Als Vorbilder nennen sie die bereits umgesetzten Maßnahmen in der Bauhofstraße und der Großen Gartenstraße, wo entsprechende Beschilderungen und Fahrbahnmarkierungen den Radverkehr sicherer gemacht haben.
Die Stadtverwaltung hat bislang nicht auf die wiederholten Hinweise reagiert. Das Havelblatt wird das Thema weiter verfolgen und nachhaken, damit die Verkehrssicherheit in Neuschmerzke zeitnah verbessert wird.