Filmmuseum Potsdam zeigt 80 Jahre DEFA und Kostüme
Das Filmmuseum Potsdam zeigt ab heute 80 Jahre DEFA-Filmgeschichte mit rund 50 Spielfilmen und originalen Kostümen aus dem Studio Babelsberg
Vor 80 Jahren, am 17. Mai 1946, wurde in Potsdam-Babelsberg die DEFA gegründet. Die staatliche Filmgesellschaft der DDR produzierte bis zu ihrer Auflösung im Jahr 1992 rund 750 Spielfilme sowie zahlreiche Dokumentar- und Animationswerke. Anlässlich dieses historischen Jubiläums öffnet das Filmmuseum Potsdam am heutigen Donnerstag, den 23. Juli 2026, seine Pforten für die neue Sonderausstellung „Ohne Frühstück. Ohne Diskussion – 80 Jahre DEFA-Filme“. Die Schau bietet einen tiefen Einblick in den Alltag der ehemaligen DDR und präsentiert die Filme in ihrem historischen Kontext.
Alltag in 11 Themen
Das Herzstück der Ausstellung bilden eine Auswahl von rund 50 Spielfilmen, die nicht chronologisch, sondern thematisch nach 11 zentralen Lebensbereichen geordnet sind. Themen wie „Essen und Trinken“, „Sex und Liebe“ oder „Freiheit und Fernweh“ stehen im Mittelpunkt. Diese Struktur ermöglicht es den Besucherinnen und Besuchern, ein differenziertes Bild des täglichen Lebens in der DDR zu zeichnen, das über die reinen Filmhandlungen hinausgeht. Die zurückhaltende Ausstellungsarchitektur wurde bewusst so gewählt, dass sie die Exponate in den Vordergrund rückt und keine unnötigen Ablenkungen schafft.
Kostüme und Requisiten aus dem Fundus
Ein besonderes Highlight für Filmhistoriker und Fans gleichermaßen sind die originären Gegenstände, die direkt aus den Produktionen stammen. Im Kostümfundus Babelsberg und im Requisitenfundus des Studios konnten wertvolle Originale identifiziert werden, die nun erstmals in diesem Kontext zu sehen sind. Zu den spektakulärsten Exponaten zählt das mit Schmuck besetzte Kleid von Jenny Jugo aus dem Film „Träum nicht, Annette!“. Weitere Highlights sind der Morgenmantel und die Lederjacke der Schauspielerin Renate Krößner aus dem Kultfilm „Solo Sunny“. Auch das Showkleid von Katrin Sass aus „Zum Teufel mit Harbolla“ sowie die Schreibmaschine aus der Produktion „Einer trage des anderen Last“ locken die Gäste an. Ergänzt werden diese Originale durch Leihgaben aus Privatbesitz, die die Sammlung des Filmmuseums bereichern.
Kooperation und Gestaltung
Die Realisierung der Ausstellung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit der DEFA-Stiftung, die 1998 gegründet wurde und als Hüterin des gesamten DEFA-Filmbestandes fungiert. Unter der Leitung des Vorstands, unter anderem mit Stefanie Eckert, sichert die Stiftung den Erhalt und die Digitalisierung von über 13.300 Werken. Für das Ausstellungsdesign sowie die technische Umsetzung der Licht- und Medientechnik wurde professionelle Unterstützung geleistet, um die Exponate optimal zu präsentieren.
Teil des UNESCO-Jubiläumsjahres
Die Eröffnung ist nicht das einzige Ereignis im Rahmen des 80. DEFA-Jubiläums. Potsdam, das seit 2021 den Titel UNESCO Creative City of Film trägt, hat das Jahr 2026 zu einem zentralen Punkt der eigenen Filmkultur erklärt. Die Ausstellung ist Teil eines umfangreichen Jahresprogramms, das vom Jubiläumswochenende im Mai über den UNESCO-Tag im Juni bis hin zu einem großen DEFA-Galakonzert am 3. Oktober 2026 im Nikolaisaal reicht. Bei diesem Konzert wird das Filmorchester Babelsberg die Musik der DDR-Filmgeschichte zum Klingen bringen.
Begleitprogramm und Laufzeit
Neben den Exponaten können Besucherinnen und Besucher viele der in der Schau vorgestellten Filme auch direkt im Kino des Museums sehen. Ein umfangreiches Kino-Begleitprogramm rundet die Erfahrung ab. Die Sonderausstellung ist bis zum 2. Mai 2027 zu sehen. Die finanzielle Förderung der Ausstellung gelangte durch die Unterstützung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, der Mittelbrandenburgischen Sparkasse in Potsdam, des Medienboard Berlin-Brandenburg sowie der Landeshauptstadt Potsdam zustande. Der Förderverein des Filmmuseums Potsdam war ebenfalls maßgeblich an der Entstehung beteiligt.