Elf junge Talente erhalten 6500 Euro beim Kulturpreis in Dessau-Roßlau
Elf junge Talente aus Sachsen-Anhalt erhielten am Freitag im Dessauer Bauhausgebäude insgesamt 6.500 Euro beim 29. Kinder- und Jugend-Kultur-Preis
Unter dem Motto „Mach doch!“ hat das Land Sachsen-Anhalt erneut junge kreative Köpfe gefordert und belohnt. Am Freitag, dem 26. Juni 2026, wurden im historischen Bauhausgebäude in Dessau-Roßlau elf herausragende Beiträge des 29. Kinder- und Jugend-Kultur-Preises ausgezeichnet. Die Veranstaltung, organisiert von der Staatskanzlei und der lkj Sachsen-Anhalt, zeichnete elf Preisträger aus. Die insgesamt 6.500 Euro Dotierung wurde von Staatssekretär Dr. Sebastian Putz persönlich überreicht, der die Bedeutung der jungen Kunst für die Gesellschaft unterstrich.
Innovation und digitale Zugänge
Den ersten Preis in Höhe von 2.000 Euro gewann die Initiative „So sehe das ich“ von Rostislav Kulikov. Der 18-jährige Preisträger aus Halle hat mit seinem Team eine hybride Plattform entwickelt, die jungen Künstlerinnen und Künstlern eine digitale Bühne bietet. Auf der Webseite können sich Kunstschaffende unkompliziert für Ausstellungen anmelden und ihre Werke präsentieren. Die Jury würdigte die Eigeninitiative, mit der die Gruppe Barrieren im oft elitären Kunstbetrieb abbaut und jungen Menschen ohne etabliertes Netzwerk konkrete Zugänge schafft.
Den zweiten Preis (1.500 Euro) erhielt die Magdeburgerin Tamaya Jasmin Martinez Bürger für ihr Werk „Eine Reise durch Munay“. Ihre Arbeit vereint literarische Texte, detaillierte Illustrationen und eigene Partituren zu einer in sich logischen fiktiven Welt. Der dritte Preis (1.000 Euro) ging an Paul Swigulski aus Magdeburg. Sein Song „Junge aus der Stadt“ erzählt mit erzählerischem Feingefühl von einer prägenden Begegnung und appelliert an Empathie und gegenseitige Unterstützung.
Mut zur Auseinandersetzung und regionale Bezüge
Neben den Hauptpreisen wurden zwei Förderpreise vergeben. Die Theatergruppe „Drams’n’roses“ des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Sangerhausen erhielt 500 Euro für ihre Szenencollage „Countdown“. Die 30 Mitglieder thematisieren darin persönliche Erfahrungen mit psychischen Belastungen und Diskriminierung. Den zweiten Förderpreis in gleicher Höhe nahm die 15-jährige Nina Rohrpasser aus Magdeburg für ihr großformatiges Acrylbild „Vertrauen“ entgegen, das durch seine malerische Qualität und atmosphärische Gestaltung überzeugte.
Besonders hervorzuheben ist der Sonderpreis der Kinder- und Jugendjury, der an die vierteilige Hörspielreihe „Sound of water“ ging. Produziert von Kindern und Jugendlichen der Kirchengemeinde Pouch, setzt sich das Werk intensiv mit dem Leben am und mit dem Wasser in der Region auseinander. Die jungen Produzenten beleuchten dabei nicht nur Sehnsuchtsorte, sondern auch die Schattenseiten der historischen und ökologischen Transformation durch den Braunkohletagebau sowie Folgen von Hochwasser und Krieg, wie in der Laudatio der Kinderjury beschrieben.
Tradition und Ausblick
Die Preisverleihung fand an einem symbolträchtigen Ort statt: Das UNESCO-Welterbe Bauhausgebäude in Dessau steht für innovative und zukunftsorientierte Kunst, was den Rahmen für die Auszeichnung junger Talente perfekt ergänzte. Die lkj Sachsen-Anhalt, die den Wettbewerb maßgeblich mitorganisiert, feierte bereits 2024 ihr 30-jähriges Bestehen und ist seit 1994 der zentrale Dachverband für kulturelle Kinder- und Jugendbildung im Land. Auch der Kulturhaushalt des Landes hat sich in den letzten Jahren deutlich erhöht, was die wachsende Bedeutung kultureller Bildung unterstreicht.
Mit der feierlichen Verleihung startet bereits der 30. Kinder- und Jugend-Kultur-Preis Sachsen-Anhalt. Kinder und Jugendliche können ihre Beiträge für den Wettbewerb einreichen. Gesucht werden Songs, Filme, Podcasts, Kunstwerke, Texte oder Stadtteilprojekte, die die kreative Vielfalt des Landes weiter bereichern. Weitere Informationen zu den Landespreisen finden sich auf der Seite der Kulturförderung Sachsen-Anhalt.