Deutsche Bahn verbietet Alkohol an allen Bahnhöfen
Die Deutsche Bahn verbietet ab sofort den Alkoholkonsum an allen 5.400 Bahnhöfen in Deutschland, um Gewalt und Unsicherheit zu reduzieren
Die Deutsche Bahn (DB) verschärft ihre Sicherheitsmaßnahmen und führt ab sofort ein bundesweites Alkoholkonsumverbot an allen Bahnhöfen ein. Hintergrund der Entscheidung ist ein brutaler Angriff auf einen Bahnmitarbeiter am vergangenen Freitag, der die enge Verbindung zwischen übermäßigem Alkoholkonsum und Gewalttaten unterstreicht. „Wir greifen durch: Wir verbannen das Alkoholtrinken aus unseren Bahnhöfen“, erklärte DB-Chefin Evelyn Palla. Das Verbot soll die Sicherheit für das Personal und die Fahrgäste deutlich verbessern und wird schrittweise bis zum 15. Oktober 2026 an rund 5.400 Standorten in Deutschland umgesetzt.
Auslöser und bundesweite Umsetzung
Die aktuelle Welle von Sicherheitsmaßnahmen wurde durch den Vorfall am Freitag, den 18. Juli 2026, beschleunigt. Bei dem Angriff auf einen Mitarbeiter spielte Alkohol eine wesentliche Rolle, was die DB als Beleg für die Notwendigkeit einer konsequenten Regulierung wertet. „Zu oft mussten wir feststellen, dass dort, wo zu viel Alkohol fließt, auch die Gewalt zunimmt“, so Palla. „Zuletzt hat uns dies der brutale und sinnlose Angriff vom vergangenen Freitag gezeigt. Deshalb kommt jetzt das Alkoholverbot an Bahnhöfen. Wir meinen es ernst mit der Sicherheit. Es geht um den Schutz unserer Mitarbeitenden und Fahrgäste.“
Die Einführung des Verbots stützt sich auf das Hausrecht der Bahn. In den kommenden Wochen sind daher lokale Anpassungen der Hausordnungen notwendig, die in Abstimmung mit den jeweiligen Kommunen, Behörden und Verwaltungen erfolgen. Während das Verbot ab sofort für neue Standorte gilt, erfolgt die flächendeckende Einführung schrittweise. Bis Mitte Oktober sollen dann alle 5.400 Bahnhöfe in Deutschland erfasst sein.
Erfahrungswerte und erste betroffene Stationen
Bereits seit längerer Zeit gelten an 30 ausgewählten Bahnhöfen in Deutschland Alkoholverbote, darunter in den großen Knotenpunkten Köln, München und Hamburg. Die dort gesammelten Erfahrungen dienen als Blaupause für die nationale Ausweitung. „Die Erfahrung dort ist eindeutig“, betonte Palla. „Alkoholfrei heißt: weniger Gewalt und weniger Müll.“ Die Daten aus diesen Pilotstationen sollen belegen, dass die Maßnahme sowohl die subjektive Sicherheit als auch die Sauberkeit der Anlagen positiv beeinflusst.
Ab dem 1. September 2026 treten die nächsten großen Bahnhöfe unter das Alkoholverbot. Dazu zählen der Berliner Hauptbahnhof, Berlin Gesundbrunnen sowie die Stationen in Kiel und Braunschweig. Im Anschluss an diese ersten Schritte folgen sukzessive alle weiteren Standorte bis zum festgelegten Endtermin im Oktober.
Ausnahmen und Konsequenzen bei Verstößen
Das neue Reglement betrifft ausschließlich den Konsum von Alkohol auf den Bahnsteigen und in den öffentlichen Bereichen der Bahnhöfe. Gastronomiebetriebe innerhalb der Bahnhöfe bleiben von dem Verbot ausgenommen; dort gilt weiterhin die übliche Regelung des jeweiligen Betriebs. Ebenso bleibt es Reisenden gestattet, Alkohol zu transportieren, solange dieser verschlossen im Gepäck oder in Einkaufstüten mitgeführt wird. Das Verbot richtet sich spezifisch gegen den offenen Konsum vor Ort.
Bei Verstößen gegen das Alkoholkonsumverbot wird die DB konsequent vorgehen. Einmalige Verstöße führen zunächst zu einem Platzverweis durch das Sicherheitspersonal oder die Bahnpolizei. Wiederholt sich das Verhalten, spricht die Deutsche Bahn ein Hausverbot aus. Mit diesen Maßnahmen will die Bahn-Konzernspitze unter der Führung von Evelyn Palla, die seit Oktober 2025 den Vorstandsvorsitz innehat, ein klares Signal für einen sichereren und respektvolleren Umgang im öffentlichen Raum setzen.