Daniel Keip plant Lärmschutz, erhält Fahrgastzahlen der Fähre und prüft Ortsteil‑Status
Rund 40 Neuendorfer*innen diskutierten mit Oberbürgermeister Daniel Keip über Lärmschutz am Elektrostahlwerk, die Zukunft der Fähre und die mögliche Aufwertung zum eigenständigen Ortsteil
Am 2. Juli 2026 trafen rund 40 Anwohner*innen des Stadtteils Neuendorf im Gemeindehaus zu einem Gespräch mit Oberbürgermeister Daniel Keip. Im Rahmen der Reihe „Oberbürgermeister vor Ort“ ging es vor allem um die Lärmbelastung durch das nahegelegene Elektrostahlwerk Brandenburg, die Zukunft der Neuendorfer Fähre und die mögliche Aufwertung des Stadtteils zum eigenständigen Ortsteil.
Lärmschutz und Umwelt
Die Anwohner*innen berichteten von nächtlichen Geräuschpegeln, die ihrer Meinung nach aus dem Betrieb des Stahlwerks stammen. Gemeinsam mit dem Bürgermeister beschlossen sie, das Landesamt für Umwelt Brandenburg (LfU) erneut mit einem Lärmschutz‑Gutachten zu beauftragen. Das LfU ist die zuständige Behörde für Immissions‑ und Lärmschutz und prüft Beschwerden von Industrieanlagen. Ein neues Gutachten soll Aufschluss darüber geben, welche Schallschutz‑Maßnahmen technisch und finanziell realisierbar sind.
Verkehr und Fähre
Die Neuendorfer Fähre, ein seit 1941 betriebenes Kabel‑Seil‑Fähre‑System, wurde im Jahr 2000 nach einer umfassenden Generalüberholung wieder in Betrieb genommen. Heute befördert sie pro Saison bis zu 23 000 Fahrgäste und gilt sowohl für die Einwohnerinnen als unverzichtbares Verkehrsmittel als auch für Radtouristinnen als attraktiven Anlaufpunkt. Oberbürgermeister Keip betonte in der Runde, dass die Fähre ein wichtiger Baustein für die Mobilität und den Tourismus im Stadtteil bleibt.
Zukunft Neuendorf als Ortsteil
Ein weiteres zentrales Thema war die mögliche Umwandlung von Neuendorf in einen eigenständigen Ortsteil. Nach § 45 des Brandenburgischen Kommunalverfassungsrechts kann ein Ortsteil mit eigenen Fördermitteln für Kultur‑ und Infrastrukturprojekte ausgestattet werden. Die Stadtverordnetenversammlung soll im ersten Sitzungsblock nach der Sommerpause im September 2026 über die entsprechende Vorlage entscheiden, die derzeit in der Stadtverwaltung erarbeitet wird. Eine erfolgreiche Umwandlung würde den Bewohner*innen erweiterte Mitspracherechte und zusätzliche finanzielle Unterstützung für lokale Initiativen ermöglichen.
„Die Fähre ist für die Einwohner ein unverzichtbares Transportmittel und für Radtourist*innen ein Grund, den Stadtteil zu besuchen“, sagte Oberbürgermeister Daniel Keip während des Gesprächs.
Die Neuendorferinnen und Neuendorfer möchten den Dialog mit der Stadtverwaltung fortsetzen und hoffen, dass die geplanten Maßnahmen zu einer spürbaren Verbesserung der Lebensqualität im Stadtteil führen.