Daniel Keip gewinnt Stichwahl mit 60,4 % und übernimmt Rathaus in Brandenburg an der Havel
Daniel Keip, 40, übernahm am 2. März das Amt des Oberbürgermeisters in Brandenburg an der Havel nach einem klaren Stichwahlsieg mit 60,4 %
Der Havelblatt‑Podcast „In Gesellschaft“ hat in seiner fünften Folge den neuen Oberbürgermeister Daniel Keip zu Gast. Im Gespräch mit Moderator Nicolai Raab erzählt er von seiner Kindheit in Brandenburg an der Havel, seinem Studium, dem Weg in die SPD und den Gründen, die ihn bis heute antreiben. Dabei wird auch die Frage nach der Daseinsvorsorge – also welche Leistungen eine Stadt ihren Bürger*innen gerade in schwierigen Zeiten zuverlässig bieten muss – ausführlich behandelt.
Profil
Daniel Keip wurde 1986 in Brandenburg an der Havel geboren. Nach dem Abitur studierte er von 2006 bis 2011 Öffentliches Recht, Politik und Verwaltungswissenschaften und schloss mit dem Master der öffentlichen Verwaltung ab. Anschließend war er als Verwaltungsbeamter im Polizeipräsidium Potsdam tätig und engagierte sich politisch in der SPD. Von 2024 bis 2026 führte er die Fraktion der SPD im Stadtparlament an, bevor er im März 2026 das Amt des Oberbürgermeisters übernahm.
Wahl und Amtsantritt
Bei der Kommunalwahl 2025 musste Keip in einer Stichwahl am 23. November 2025 gegen den Kandidaten der CDU antreten. Mit 60,4 % der Stimmen sicherte er sich den Sieg für die SPD und trat sein Amt am 2. März 2026 an. Der klare Wahlsieg wurde als Signal für das Vertrauen der Bürger*innen in seine Vision einer zukunftsfähigen Stadt gewertet.
Demografie und Bedeutung der Stadt
Zum Stichtag 31. Dezember 2025 zählte Brandenburg an der Havel 73 945 Einwohner*innen und ist damit die drittgrößte Stadt des Landes Brandenburg. Die wachsende Bevölkerung stellt die kommunale Verwaltung vor neue Herausforderungen, insbesondere im Bereich Wohnungsbau, Verkehr und soziale Infrastruktur.
Finanzen und Bürgerhaushalt
Der Doppelhaushalt 2025/26 wurde ohne Defizit beschlossen. Seit 2019 verfolgt die Stadt ein Teilentschuldungs‑Programm, das den Kassenkredit von 150 Millionen Euro im Jahr 2016 auf ein Ziel von 45 Millionen Euro bis 2023 reduzieren soll. Im Rahmen des Bürgerhaushalts 2025 stehen 150 000 Euro für von Bürger*innen eingereichte Projektvorschläge bereit – ein Instrument, das die direkte Beteiligung der Bevölkerung an kommunalen Entscheidungen stärken soll.
Bildung und Schulentwicklungsplan
Der aktuelle Schulentwicklungsplan (SEP) aus den Jahren 2020/21 bleibt gültig. Er umfasst Maßnahmen für Grund‑, Oberschulen, Gymnasien und Förderschulen und legt besonderen Wert auf den Ausbau von Ganztagsangeboten. Ziel ist es, die Bildungsqualität zu sichern und gleichzeitig den demografischen Wandel zu berücksichtigen, indem Schulen flexibel auf veränderte Schülerzahlen reagieren können.
Podcast‑Themen: Daseinsvorsorge und Stadtgestaltung
Im Interview betont Keip, dass eine verlässliche Daseinsvorsorge das Rückgrat einer funktionierenden Kommune bildet. Er spricht über die finanziellen Rahmenbedingungen, die den Spielraum für Investitionen in Infrastruktur, Bildung und soziale Leistungen bestimmen. Gleichzeitig wirft er einen Blick auf die aktuelle Schulstruktur und erklärt, wie der SEP dazu beiträgt, langfristig stabile Bildungsangebote zu gewährleisten. Abschließend appelliert er an alle Bürger*innen, sich aktiv in die kommunale Gestaltung einzubringen – sei es über den Bürgerhaushalt, lokale Initiativen oder das offene Ohr der Stadtverwaltung.