BVG installiert bis Jahresende Detektionskameras an 23 Berliner Bahnhöfen zur Gleissicherheit

Die BVG plant bis Jahresende den Ausbau von KI-gestützten Detektionskameras an 23 Berliner Bahnhöfen, um Unbefugte im Gleisbereich automatisch zu erkennen

BVG installiert bis Jahresende Detektionskameras an 23 Berliner Bahnhöfen zur Gleissicherheit
Symbolfoto · Foto: Oksana Demenko / Unsplash

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) weiten ihren Einsatz von Detektionskameras an Bahnhöfen deutlich aus. Bis Ende des Jahres sollen an 23 Bahnhöfen solche Kameras installiert sein, die automatisch Unbefugte in Gleis- und Tunnelbereichen erkennen. Mit Stand Ende Juni waren bereits an 16 Bahnhöfen rund 80 Kameras im Einsatz. Die Technik soll vor allem dazu dienen, Vandalismus zu verhindern und die Sicherheit im Untergrund zu erhöhen.

Die Kameras nutzen künstliche Intelligenz, um zwischen regulärem Fahrgastverkehr und Eindringlingen zu unterscheiden. Sobald sich eine Person in einem nichtöffentlichen Bereich aufhält, sendet das System einen Alarm an die Sicherheits-Leitstelle der BVG. Dort können die Mitarbeiter live auf das Bild zugreifen. Personen im Kamerabereich werden dabei durch einen roten Rahmen hervorgehoben, um die Lage schnell zu erfassen. Die Kameras ignorieren automatisch Bewegungen durch fahrende Züge, um Fehlalarme zu vermeiden.

Fokus auf den U-Bahnhof Schloßstraße

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem U-Bahnhof Schloßstraße. Dort wurden bereits 24 der rund 80 installierten Kameras verbaut. Diese Priorisierung erfolgte nach einem Vorfall im November 2025, als es in einem Tunnel zu einer fahrlässigen Brandstiftung kam. Seitdem dient der Standort als Testfeld für den verstärkten Einsatz der Überwachungstechnik, um ähnliche Vorfälle künftig schneller zu erkennen und zu unterbinden.

Neben dem Schloßstraße sind die Kameras unter anderem an den Stationen Zoologischer Garten und Kottbusser Tor im Einsatz. Eine vollständige Liste aller zukünftigen Standorte hält die BVG jedoch geheim, um die Wirksamkeit der Maßnahmen nicht zu gefährden. Die Technik ermöglicht es den Sicherheitskräften, auch bei Gefahr direkt in den Fahrbetrieb einzugreifen.

Eingriffsmöglichkeiten in den Fahrbetrieb

Die Sicherheits-Leitstelle der BVG ist rund um die Uhr besetzt und überwacht die Kamerasysteme. Wenn die Kameras eine Gefahr erkennen, haben die Mitarbeiter verschiedene Optionen. Sie können die Polizei alarmieren oder, falls eine unmittelbare Gefahr für den laufenden Betrieb besteht, die Fahrsignale auf Rot stellen. Alternativ können die U-Bahn-Fahrer per Funk zum Langsamfahren aufgefordert werden.

Die Wirksamkeit der neuen Technik zeigt sich bereits in den ersten Zahlen. Zwischen Mitte April und Ende Juni 2026 lösten die Detektionskameras 44 Alarme aus, weil sich Personen im Gleisbereich aufhielten. Weitere 6 Alarme wurden ausgelöst, als Unbefugte auf Betriebsanlagen erwischt wurden. Die BVG verfügt insgesamt über rund 250 Sicherheitskräfte, die den öffentlichen Nahverkehr überwachen. Im Jahr 2025 waren bereits mehr als 2.275 Einsätze zu verzeichnen, was die Notwendigkeit technischer Unterstützung unterstreicht.

Durch die Unterscheidung zwischen Fahrgästen auf den Bahnsteigen und Eindringlingen in Gleisbereichen sollen zudem Datenschutzbedenken minimiert werden. Die Kameras erfassen zwar auch Teile der Bahnsteige, lösen aber nur dann Alarm aus, wenn sich Personen in den verbotenen Zonen bewegen. Bis Ende 2026 soll der Ausbau auf die geplanten 23 Bahnhöfe abgeschlossen sein, um die Sicherheit im Berliner U-Bahn-Netz weiter zu stärken.