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Bürgerinitiative von Jörg Rzadkiewicz verlangt Toiletten im Bahnhof Brandenburg nach dreijähriger Sperrung

Bürgerinitiative um Jörg Rzadkiewicz sammelt über 1.000 Unterschriften, um nach dreijähriger Sperrung die Toiletten im Hauptbahnhof Brandenburg wieder zu öffnen

Seit über drei Jahren sind die Toiletten im Hauptgebäude des Bahnhofs Brandenburg an der Havel gesperrt. Die Schließung erfolgte nach wiederholten Vandalismusvorfällen, doch seitdem wurde keine Wiederinbetriebnahme beschlossen. Bürgerinnen und Bürger, angeführt von Jörg Rzadkiewicz, haben daraufhin eine Online‑Petition gestartet, um funktionierende und saubere Sanitäranlagen für die täglich tausenden Reisenden einzufordern.

Hintergrund

Der Bahnhof gehört der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft wobra („Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Brandenburg an der Havel mbH“). Vor mehr als drei Jahren wurden die sanitären Anlagen aus Sicherheitsgründen stillgelegt und seitdem nicht mehr geöffnet. Der tägliche Personenverkehr am Hauptbahnhof liegt bei mehreren tausend Reisenden, die sowohl den Regionalverkehr als auch die RE‑1‑Verbindung nach Berlin nutzen.

Forderungen und Reaktionen

Die Petition sammelte bis zum 15. Januar 2026 insgesamt 1 088 Unterschriften. Rzadkiewicz betont, dass funktionierende Toiletten eine Grund‑ und Würdefrage seien und für die Stadt, die sich als Gastgeber internationaler Sport‑ und Kulturveranstaltungen positionieren wolle, unverzichtbar seien. In einer Bürgersprechstunde am Ende Mai übergab er die Unterschriftenliste an Oberbürgermeister Daniel Keip (SPD), der seit März 2026 im Amt ist. Keip erklärte, dass eine Wiederinbetriebnahme nur möglich sei, wenn ein wirtschaftlicher Betreiber gefunden werde, und verwies auf eine bereits vorhandene Toilette am Bahnsteig 1.

Lösungsansätze

Die Deutsche Bahn verpachtet Toiletten an externe Betreiber, wobei Modelle wie Sanifair an 14 deutschen Bahnhöfen bereits etabliert sind. Sanifair erhebt ein Nutzungsentgelt von etwa einem Euro pro Besuch, um Reinigung und Wartung zu finanzieren. Ein ähnliches Konzept könnte am Brandenburger Hauptbahnhof umgesetzt werden. In anderen Bahnhöfen Brandenburgs, etwa in Cottbus und Frankfurt (Oder), sind bereits Sanifair‑ oder rail&fresh‑Toiletten in Betrieb, die den Reisenden kostenpflichtigen, aber sauberen Service bieten.

Die Petition ist nun eingereicht, die Stadtverwaltung prüft mögliche Betreiber und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Wie die weitere Entwicklung aussieht, bleibt abzuwarten – doch die Forderung nach einer würdevollen Grundversorgung für die vielen Bahnkunden ist nach wie vor deutlich zu spüren.