Brandenburgs Spargelernte sinkt auf Tiefstand seit 2015
Brandenburgs Spargelernte sank 2026 auf den tiefsten Stand seit 2015, während die Freilanderdbeeren ein deutliches Plus verzeichneten
In Brandenburgs sandigen Böden fühlt sich der Spargel zwar nach wie vor wohl, doch die Ernte 2026 fiel leicht geringer aus als im Vorjahr. Laut einer Sprecherin des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg belief sich die Ausbeute auf 18.500 Tonnen. Das sind 460 Tonnen weniger als noch 2025. Ein Blick auf die Anbauflächen zeigt, dass hier ebenfalls ein Rückgang zu verzeichnen ist: Die für Spargel genutzte Fläche schrumpfte um fast 200 Hektar auf gut 3.200 Hektar. Dieser Wert markiert den niedrigsten Stand seit 2015.
Als Hauptgründe für den leichten Einbruch bei den Erntemengen nennt die Statistikbehörde neben der anhaltenden Trockenheit vor allem den Mangel an Saisonarbeitskräften. Die landwirtschaftlichen Betriebe hatten es in diesem Jahr besonders schwer, ausreichend Personal für die zeitaufwändige Erntearbeit zu finden. Ein regionaler Schwerpunkt der brandenburgischen Spargelproduktion bleibt dabei der Landkreis Potsdam-Mittelmark. Rund 70 Prozent der gesamten Anbauflächen liegen hier, was die Bedeutung des sogenannten „Beelitzer Spargels“ für den Gesamtmarkt unterstreicht.
Deutliches Plus bei Freilanderdbeeren
Im Gegensatz zur Spargelernte verzeichnete der Anbau von Freilanderdbeeren in diesem Jahr einen deutlichen Aufschwung. Nach vorläufigen Angaben der Statistiker lag die Erntemenge bei 940 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr, in dem 657 Tonnen geerntet wurden, entspricht dies einer Steigerung von rund 43 Prozent. Auch hier wuchs die Fläche: Im Vergleich zu 2025 vergrößerte sich die Anbaufläche für Erdbeeren im Freiland um 24 Hektar auf insgesamt rund 150 Hektar.
Der langfristige Trend zeigt bei beiden Kulturen unterschiedliche Entwicklungen. Während die Spargelanbaufläche seit 2015 kontinuierlich gesunken ist – im Jahr 2022 lag sie noch bei 3.732 Hektar – scheint der Erdbeeranbau im Freiland wieder an Dynamik zu gewinnen. Die politischen Weichenstellungen in der Landwirtschaftspolitik könnten dabei eine Rolle spielen. Nach der Ernennung des Kabinetts Woidke stehen neue Prioritäten im Fokus. Wie die aktuelle Regierung die Situation der Saisonarbeitskräfte und die Bewältigung von Trockenperioden angeht, wird sich in den kommenden Erntejahren zeigen.