Brandenburg will Versorger zum Drohnenschutz befähigen
Brandenburg plant als erstes Bundesland eine Gesetzesänderung, die Strom-, Gas- und Wasserversorger befähigt, sich eigenständig gegen Drohnenangriffe zu wehren
Brandenburg plant Vorreiterrolle beim Drohnenschutz
Der Schutz lebenswichtiger Infrastrukturen vor Drohnenangriffen soll in Brandenburg deutlich verschärft werden. Innenminister Jan Redmann hat angekündigt, einen entsprechenden Gesetzentwurf noch in diesem Jahr in die Ressortabstimmung zu bringen. Ziel ist es, Betreiber kritischer Einrichtungen wie Strom-, Gas- oder Wasserversorger in die Lage zu versetzen, sich eigenständig gegen unbemannte Flugobjekte zu wehren. Bisher war der Einsatz technischer Abwehrsysteme in Deutschland ausschließlich der Polizei vorbehalten.
Redmann betonte bei einem Besuch des Unternehmens Onberg in Brandenburg an der Havel, dass die Versorger Teil der staatlichen Sicherheitsarchitektur werden sollen. Mit dieser geplanten Regelung sieht sich das Land bundesweit als Vorreiter. Die Dringlichkeit der Maßnahmen wird durch die gestiegene Bedrohungslage unterstrichen, insbesondere durch den Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz im Januar 2026. Der Angriff mutmaßlich linksextremer Täter führte zu einem der längsten Stromausfälle der Nachkriegsgeschichte und hat die Notwendigkeit eines besseren Schutzes verdeutlicht.
Onberg als regionaler Technologie-Standort
Ein wichtiger Baustein für die Umsetzung der Pläne ist die lokale Wirtschaft. Das Joint Venture Onberg Autonomous Systems, gegründet im April 2026 durch die HD Advanced Technologies (eine Tochter der Heidelberger Druckmaschinen AG) und das US-amerikanisch-israelische Unternehmen Ondas Autonomous Systems, hat seinen Sitz in Brandenburg an der Havel. Das Unternehmen entwickelt Systeme zum Schutz kritischer Infrastruktur und demonstrierte dem Minister und anderen Gästen den Einsatz autonomer Drohnenabwehrsysteme.
Die Ansiedlung von Onberg unterstreicht die Rolle der Stadt als Standort für hochtechnologische Sicherheitslösungen. Durch die enge Verzahnung von Gesetzgebung und regionaler Technologieentwicklung soll Brandenburg eine Vorreiterrolle im Bereich der Infrastruktursicherheit einnehmen. In Deutschland sind insgesamt rund 2.000 Infrastrukturen als kritisch eingestuft, deren Ausfall mehr als 500.000 Menschen betreffen könnte. Der geplante Gesetzentwurf soll sicherstellen, dass diese Einrichtungen nicht länger schutzlos sind.