Anna Bahcivanoglu präsentiert ihre Forschung zu bronzezeitlichem Schmuck in Brandenburg an der Havel
Die Archäotechnica 2026 widmet sich im August der Mode durch die Epochen, wobei Anna Bahcivanoglu ihre Forschung zu bislang unklassifiziertem bronzezeitlichem Schmuck in Brandenburg vorstellt
Die Archäotechnica öffnet am 1. und 2. August ihre Tore im Archäologischen Landesmuseum Brandenburg. Unter dem Motto „Fasern, Kleider, Schmückendes“ lädt die Veranstaltung in diesem Jahr zu einer modischen Reise durch die Epochen ein – von der Steinzeit bis zur frühen Neuzeit. Im Fokus steht dabei auch die glänzende Bronzezeit, die mit einem besonderen regionalen Blickwinkel betrachtet wird. Ab etwa 2200 v. Chr. revolutionierte die Legierung Bronze nicht nur die Herstellung von Waffen und Geräten, sondern veränderte auch die Art und Weise, wie Schmuck gefertigt und getragen wurde.
Einblicke in die Forschung
Die Doktorandin Anna Bahcivanoglu von der Freien Universität Berlin wird bei der Veranstaltung ihre bisherigen Erkenntnisse zu diesem Thema vorstellen. Seit Januar 2024 ist sie PreDoc-Stipendiatin am Berliner Antike-Kolleg und widmet sich in ihrer Dissertation der Entwicklung von Arm- und Beinschmuck im Großraum Berlin-Brandenburg. Ihre Forschung schließt eine wichtige Lücke, da diese Objektgruppe für die Region bislang nicht systematisch katalogisiert und klassifiziert wurde.
Das Fundmaterial, das sie untersucht, hat es in sich: Von einfachen, unverzierten Ringen bis hin zu aufwendigen goldenen Armbändern waren die persönlichen Accessoires in der Bronzezeit auffallend abwechslungsreich gestaltet. Diese Vielfalt erlaubt nicht nur konkrete zeitliche und regionale Zuordnungen, sondern wirft auch soziale Fragen auf. Bahcivanoglu analysiert, inwieweit der soziale Status der Träger in den Schmuckstücken und deren Niederlegung erkennbar ist, um ein eigenes Klassifikationssystem für die Region zu entwickeln.
Von der Werkstatt zur Modenschau
Die Archäotechnica findet seit 2008 jährlich im Paulikloster Brandenburg an der Havel statt und wird vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischem Landesmuseum (BLDAM) organisiert. Das Museum selbst wurde nach einem Kabinettsbeschluss von 2002 im Jahr 2008 eröffnet. Neben den wissenschaftlichen Vorträgen bietet die Veranstaltung 2026 ein breites Programm: Besucher können bei Mitmach-Angeboten die Verarbeitung von Materialien wie Wolle, Leder, Glas und Metall selbst ausprobieren. Auch eine Modenschau sowie kulinarische Angebote gehören zum Programm.
„Die persönlichen Accessoires waren auffallend abwechslungsreich gestaltet – und erlauben überdies konkrete zeitliche und regionale Zuordnungen.“
Anna Bahcivanoglu ist dabei fest in der Region verwurzelt: Von 2021 bis 2023 arbeitete sie als Werkstudentin am BLDAM und absolvierte zudem Praktika in Kopenhagen und Amsterdam. Ihre Expertise fließt nun direkt in die öffentliche Vermittlung ein, um den Besuchern die wissenschaftliche Arbeit hinter den glänzenden Artefakten näherzubringen.
Eckdaten zur Veranstaltung
Die Archäotechnica 2026 ist am 1. und 2. August jeweils von 10 bis 17 Uhr im Archäologischen Landesmuseum Brandenburg, Neustädtische Heidestraße 28, 14776 Brandenburg an der Havel, zu besuchen. Der Eintritt kostet für Erwachsene 5 Euro, ermäßigt 3,50 Euro. Kinder unter 10 Jahren haben freien Eintritt, Familien zahlen 10 Euro.