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Adam Bodnar mahnt Absolventen der Universität Potsdam zur Verteidigung der Demokratie und KI-Kritikfähigkeit.

Unter idealen Wetterbedingungen feierten die Absolventen der Universität Potsdam ihren Studienabschluss auf dem Ehrenplatz vor dem Neuen Palais. Der polnische Verfassungsrechtler Adam Bodnar forderte in seiner Festrede die junge Generation auf, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit aktiv zu verteidigen, und warnte vor der Wiederholung historischer Unrechtsregime. Universitätspräsident Oliver Günther betonte zudem die bleibende Bedeutung der Persönlichkeitsbildung und der Kritikfähigkeit in Zeiten künstlicher Intelligenz.

Ein heißer und sonniger Donnerstag bildete den Rahmen für die diesjährige Absolventenfeier der Universität Potsdam. Im Gegensatz zum Vorjahr herrschten bei smarten 34 Grad ideale Bedingungen auf dem Ehrenplatz vor dem Neuen Palais, einem der größten Barockschlösser Europas und UNESCO-Weltkulturerbe. Nach einem Empfang auf der Terrasse begann die Feier traditionell um 17 Uhr mit einem musikalischen Auftakt der universitären Band UNISONO, die ein Medley bekannter Disney-Melodien zum Besten gab.

Rede über Demokratie und KI

Universitätspräsident Prof. Oliver Günther, der die Hochschule seit 2019 leitet, verwies in seiner Begrüßungsrede auf die angespannte geopolitische Lage sowie das allgegenwärtige Thema Künstliche Intelligenz. Er betonte, dass ein Studium trotz des KI-Hypes seinen hohen Wert behalte, da es vor allem der Persönlichkeitsbildung diene. Diese entstehe durch den Austausch mit Kommilitonen aus dem In- und Ausland und die Fähigkeit, Wissen in Kontext zu setzen. Besonders wichtig sei die Kritikfähigkeit, die sich im kontroversen Diskurs entwickle, wenn man sich auch mit Meinungen auseinandersetze, die den eigenen widersprächen.

Die Festrede hielt der polnische Verfassungsrechtler und ehemalige Justizminister Prof. Dr. Adam Bodnar. Er thematisierte Freiheit, Freiheitsrechte und Demokratie als zentrale Säulen einer funktionierenden Gesellschaft. Bodnar erinnerte daran, wie schwer diese Werte in Polen und im gesamten Ostblock erkämpft wurden, und beschrieb die Zeit des Eisernen Vorhangs als willkürlich und ideologisiert. Er warnte davor, dass sich ähnliche Entwicklungen auch im 21. Jahrhundert wiederholen könnten, und verwies auf die fragilen Zustände in Polen zwischen 2015 und 2023 als Beispiel. Die Verteidigung von Rechtsstaatlichkeit liege nun in den Händen der jüngeren Generation.

Preise und Auszeichnungen

Im Anschluss an die Reden wurden verschiedene Preise vergeben, darunter der DAAD-Preis für herausragende Leistungen im internationalen Austausch. Die Absolventenpreisträgerin Jessica Michelle Dierking thematisierte in ihrer Rede ebenfalls den Umgang mit der KI. Sie wies darauf hin, dass sich KI-Systeme mit einer Geschwindigkeit entwickeln, die noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wäre, und eröffneten viele Möglichkeiten in Medizin und Wissenschaft, gleichzeitig aber Fragen nach Fairness und Missbrauch aufwerfen. Die Ehrung der Jahrgangsbesten der sechs Fakultäten bildete den würdigen Abschluss dieser Feier, die an einer der jüngsten Universitäten Deutschlands mit rund 20.000 Studierenden stattfand.